Lagerungen
a) Die Atmung unterstützend wirken
A-V-T Lagerung
b) Wohlbefinden und Sicherheit geben
Nestlagerung
c) Körperwahrnehmungsfördernd
und Decubitus prophylaktisch wirken.
Königstuhl –und Nussschalenlagerung
a) Die Atmung unterstützend wirken
• A-Lagerung:
Durchführung
Zwei Kissen werden zu Schiffchen geformt (Breite ca.20cm)
und als „A“ aufs Bett gelegt. Der Schnittpunkt der
Kissen befindet sich etwa am siebenden Halswirbel, so dass
der Nacken frei liegt. Der Kopf wird mit einem kleinen Kissen
unterstützt und die Wirbelsäule sowie der Steißbereich
entlastet.
Der Oberkörper kann sich sehr gut dehnen.
Anwendung: Allen Menschen die im unteren
Bereich (basalen) der Atmung, Probleme haben.
• V-Lagerung:
Durchführung:
Zwei Kissen werden zu Schiffchen geformt (Breite ca.20cm)
und als „V“ aufs Bett belegt. der Patient wird mit
dem Rücken auf die Schiffchen gelagert, der Schnittpunkt
der Kissen, dessen Spitzen sich überlappen, befindet
sich in Höhe des Sakralbereiches. der hals und die Wirbelsäule
liegen frei, der Kopf wird mit einem eigenen Kissen unterstützt.
Häufigkeit: 3mal täglich.
Zeit: 20Minuten und auch länger.
(gut bewährt hat sich 1/2 Stunden lang)
Anwendung: Allen Menschen die im oberen
Lungenabschnitt, Probleme mit der Atmung haben. (Kanülenpatienten
intubierte Patienten etc.)
• T-Lagerung:
Durchführung:
Zwei zu Schiffchen geformte Kissen werden wie ein „T“
überkreuzt, dabei kann das waagrechte Kissen so gelegt
werden, dass der obere, mittlere oder untere Bereich gedehnt
wird. der Patient wird mit der Wirbelsäule auf das senkrechte
Kissen gelagert.
Häufigkeit: 2-3mal täglich.
Achtung: Nur dann, wenn der Patient
diese Lagerung toleriert, da sie sehr instabil ist.
Ziel: Mit der Lagerung kann sowohl der obere,
als auch der untere Abschnitt besser Belüftet werden.
b) Lagerung die Körperwahrnehmung verstärken
und
Wohlbefinden vermitteln.
• Nestlagerung:
Diese Lagerung stammt aus der Neonatologie
und sollte dem frühgeborenen Kind, die Körpergrenzen
bewusst machen und ihn in den intrauterinen Zustand rückversetzen.
Auch hat sich diese Lagerung, bei allen Patienten
die über längere Zeit liegen müssen und wo
eine Gefahr eines Körperwahrnehmungsverlustes besteht,
sehr gut bewährt.
Durchführung:
Es werden Decken zu Rollen geformt und der Körper des
Patienten, vom Kopf bis zum Fuß nachmodelliert.
• Offene Nestlagerung:
In Rückenlage wird der Körper,
bis zu den Waden mit den Decken nachmodelliert. Die Enden
der Decke wird unter den Beinen, in Höhe des unteren
drittel der Waden, nach innen gegeben. Die Füße
werden nicht begrenzt und bleiben somit frei.
Diese offene Nestlagerung wird angewendet,
wenn die Gefahr einer Tonuserhöhung oder Spastizität
in den Beinen besteht.(Querschnittlähmungen)
• Geschlossene Nestlagerung:
Hier wird mit Decken der gesamte Körper
begrenzt. Auch die Fußsohlen sind miteinbezogen. (Es
hat sich bewährt, wenn zwischen den Beine, mit einem
Kissen oder einen Lacken auch Körperbegrenzung vermittelt
wird.)
Die Fußsohlen sollen eine Bewegungsfreiheit
aufweißen, da sonst die Gefahr einer Tonuserhöhung
gegeben ist.
c) Körperwahrnehmungsfördernde
Lagerung
c) Königstuhl - Lagerung:
Sinn.
a) Sicherheit erleben!
b) Orientierung über den eigenen Körper!
c) Außenwelt erfahren!
d) Körperwahrnehmung vermitteln!
e) Die Stabilität des Körpers verstärken!
f) Spastik Reduzierung!
g) Dekubitusprophylaxe, speziell im Sakralbereich!
Anwendung:
An Menschen deren Köperwahrnehmung- Körperbild
beeinträchtigt, oder verloren
gegangen ist.
Um die Stabilität des Oberkörpers und der Beine,
im aufrechten Sitzen und
liegen zu erhöhen.
Bei Gefahr von Dekubitus im Sakralbereich und an den Fersen.
Um eine Druckentlastung im Sakralbereich zu erreichen und
bei eventuellen
bereits vorhanden Druckgeschwüren, ein längeres
liegen in Rückenlage zu
ermöglichen.
Bei Menschen mit verstärkter Körperspannung (Spastizität)
um eine optimale
Entspannung zu erreichen.
Nach Operationen oder Untersuchungen, wo der Patient längere
Zeit in
Rückenlage verbringen muss, um sich besser Entspannen
zu können.
Durchführung:
Eine Decke wird in der Länge nach zusammengerollt und
in Höhe des
Sitzbeinhöckers vor dem Gesäß platziert. Die
beiden hervorstehenden Enden
der Decke, werden an beiden Seiten des Oberkörpers hochgezogen.
Der Rumpf
wird fest mit der Decke nachmodelliert. Die beiden Enden der
Decke unter die
Schultern geschoben, bis unter das Kopfkissen. Wichtig: die
beiden Enden der
Decke werden fest angezogen um eine verbesserte Körperwahrnehmung
und
Entspannung zu erreichen..
Der Kopf wird mit Polster unterlagert. Die Arme können
frei, als auch mit
Polster unterlagert werden.
Eine zweite Decke wird wiederum zu einer Rolle zusammengerollt.
Hierzu
eignet sich auch ein Stillkissen.
Die zusammengerollte Decke wird an den Fußenden platziert,
jetzt werden die
beiden Enden an den Außenseiten der Unterschenkel bis
zu den Knien gegeben.
Die Enden der Decke wird unter den Kniekehlen übereinander
gelegt. Die
Beine sind jetzt etwas in Höhe der Knie angehoben. Dies
bewirkt, dass die
Hüfte im Beckenbereich entspannt ist. Die Fersen können
extra mit einem
Waschlappen gelagert werden.
Um noch eine höhere Körperwahrnehmung zu erreichen
legen wir in der Praxis
zwischen den Beinen noch ein Handtuch oder einen Lappen, damit
die Beine als
Ganzheit wahrgenommen werden.
Diese Lagerung kann sowohl im liegen aber auch in sitzender
Position
angewandt werde.
Entwicklung und Erprobung der Königstuhllagerung:
DGKP Johann Rannegger 1998
Kursleiter "Basale Stimulation® in der Pflege!"
Erprobt in den einzelnen Krankenhäusern in Österreich,
sowie in Pflegeheimen
und in der Hauskrankenpflege!
Der Name Königstuhl-Lagerung, stammt von Maria Adam,
Lehrschwester für
Gesundheit und Krankenpflege in Graz. Er wurde wegen der Ähnlichkeit
mit
einem Königstuhl benannt.
Diese Lagerung hat sich seit nunmehr 5 Jahren in den einzelnen
Krankenhäusern, sowie in allen Einrichtungen, wo Menschen
im Bett liegen
müssen hervorragend bewährt. Vor allem wenn der
Oberkörper bei der
Hochlagerung stabilisiert werden muss.
Sehr gut bewährt hat sich die Königstuhl-Lagerung
an SHT Patienten, die zu
spastiken neigen.
Aber auch bei Problemen im Wirbelsäulenbereich, sowie
nach Untersuchungen,
wenn Patienten lange in Rückenlageverbringen müssen
.
Bei Kardialen Problemen und nach Eingriffen wo ein längeres
Rückenliegen
erforderlich ist.
Auch kann die Körperwahrnehmung im Luftkissenbetten verbessert
werden.
Als Dekubitusprophylaxe, damit eine Druckentlastung im Sakralbereich
stattfindet.
Die Fußsohlen sollen eine Bewegungsfreiheit aufweisen.
d) Nussschalen Lagerung
Sinn:
- Sicherheit erleben
- Orientierung über sich selbst und seiner Umgebung.
- Wohlbefinden
- Außenwelt erfahren
- Körperstabilität vermitteln
- Entspannung
- Decubitusprophylaxe
Anwendung:
Diese Art der Lagerung wurde aus der Not heraus Entwickelt.
Da es immer
wieder große Schwierigkeiten bei Patienten die kurz
oder für länger Zeit auf
einer "Weichlagerung" gelagert werden mussten (Wasserbetten-
Luftkissenbetten. etc.). Immer wieder zu "massiven"
Körperorientierungsverlusten kam. Menschen riefen laut
um "Hilfe".
Diese Reaktion wurde vom betreuenden Pflegepersonal oft als
"verwirrt-
desorientiert" missverstanden. Viele Patienten bekamen
beruhigende
Medikamente. Dieser gesamte Orientierungsverlust, erzeugte
oft
Bewegungsdrang, dieser Bewegungsdrang wurde als Hyperaktivität,
so genanntes
"Durchgangssyndrom" bezeichnet. In einigen Fällen
kam es sogar zu
Bewegungsverlust. (wer seinen Körper nicht spürt,
kann ihn auch nicht
bewegen).
Um dieses Problem zu verringern oder gar von vornherein zu
vermeiden, wurde
eine spezielle Lagerung, die "Nussschalenlagerung"
entwickelt. Die früher
oft angewendete "Nestlagerung" war zu instabil,
oder wurde vom Patienten als
zu "nahe" und bedrohlich empfunden. Dadurch mussten
andere
"Körperorientierende" Lagerungen versucht werden.
Durchführung:
Es werden zwei Decken zu Rollen geformt und "UNTER"
den Laken (Leintuch)
des Bettes gegeben.
Man beginnt am Kopfende. Die Rolle wird an der Seite des Patienten,
bis zu
den Fußsohlen entlang gegeben. Zu einer besseren Stabilisierung
der Decke,
soll das Leintuch mit der Zweiten Hand angespannt werden.
Es wird die Rolle
"fest" zum Körper des Patienten gepresst. Damit
erreicht man eine bessere
Körperform.
In Höhe der Kniekehle wird die Rolle weiter nach innen
geschoben, damit das
Beine in Höhe des Knies gebeugt wird. Was zu einer besseren
Entspannung
beiträgt.
Das Ende der Decke wird am fußende nach innen geschlagen,
um die
Körperwahrnehmung weiter zu verbessern.
Die zweite Decke wird an der anderen Körperseite, in
derselben Form
angebracht.
Auch hier wird in Höhe der Kniekehle die Deckenrolle
nach innen geschoben,
was eine leichte Erhöhung des Beines im Kniebereich bewirkt.
Es hat sich bewährt, wen zum Abschluss ein Handtuch oder
ein anderer Lacken
zwischen den Beinen gelegt wird, um die Wahrnehmung der einzelnen
Beine zu
verbessern.
Anwendungsbereiche:
a) Alle Patienten auf Weichlagerungen, um das Körperbild
nicht zu verlieren.
b) Querschnittpatienten - zur Stabilisierung und Entspannung
im
Rückenbereich.
c) Decubitusprophylaxe,
d) Bei Wirbel- oder anderen Rückenproblemen.
e) Nach Lumbalpunktion, um die Spannung zu vermindern.
f) Nach Angiographien
g) S-H-T
h) Unruhigen Patienten
i) Ängstlichen Patienten
j) Desorientierte
Bei allen hier angeführten und noch weiteren Erkrankungen,
hat sich die
stabilisierende "Nussschalenlagerung" sehr gut in
der Praxis bewährt.
Entwicklung und Erprobung der Nussschalenlagerung:
DGKP. Johann Rannegger 1998 neurologische Intensivstation
LSF Graz.
Weiters auf 30 verschiedenen Intensivstationen, sowie Pflegeheimen
und in
der Hauskrankenpflege!
Der Name "Nussschalenlagerung" wurde bei einer
ARGE Sitzung 1998 zur
"Basalen Stimulation® in der Pflege", von dem
dritten Ausbildungsjahr der
allgemeinen Gesundheit und Krankenpflegeschule Graz kreiert.
Da die
Ähnlichkeit nicht zu verleugnen ist.
Auch war es uns wichtig, dass alle vom gleichen sprechen.
Besonders wichtig
in der Pflegeplanung. Darum hat diese Lagerung, sowie die
Königstuhllagerung
oder V-A-T-I- Lagerung einen Namen!!!
Wirkungsweise:
Da der Körper teilweise auf der Rolle zum Liegen kommt,
kommt es durch das
starke nach innen drücken der Decke, zu einer Verbesserung
der gesamten
Körperwahrnehmung und zu einer besseren Stabilisierung
des gesamten Körpers
und zu einer Entlastung.
Durch die Anspannung des Lackens, wird die Körperform
wie in einer
"Nussschale" nachmodelliert. Wenn der Patient aus
dem Bett kommt und die
Lagerung belassen wird, sieht es aus wie eine Nussschale.
Zitat Prof. Dr. Schalk- Anästhesist1989; im Rahmen der
Intensivausbildung in
Graz.
"Seit wir die Weichlagerungen haben, haben wir den Decubitus
nicht mehr am
Gesäß, sondern in der Lunge!"