Basale Stimulation

Fragen und Antworten

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SOMATISCHE STIMULATION!

Somatische Stimulation

Förderung der Körperwahrnehmung "passiv", durch eine "beruhigende" Waschung!

BERUHIGENDE GANZKÖRPERWÄSCHE:
( GKW)

ENTWICKLUNG:

In den 80iger Jahren, vom Pflegefachverband, um Diplompädagogin Christel Bienstein, im Zusammenhang mit "Basaler Stimulation® in der Pflege"!

Sinn:

a) Leben erhalten
b) Körperwahrnehmungsförderung
c) Aufbau des Körperbewusstseins
d) Verbesserung des Körperbildes
e) Entspannung - Wohlbefinden
f) Außenwelt erfahren
g) Kontaktaufnahme - kennen lernen
h) Sicherheit erleben
i) Autonomie und Verantwortung erleben
f) Beruhigung

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Anwendung:

- Bei Menschen die durch"Bewegungseinschränkung" oder durch eine "Erkrankung" in der "Körperwahrnehmung" Veränderungen aufweisen.

- Menschen die Aufgrund von Ängsten (Lebensängsten - Existenzängsten -Versagensängsten und Schockerlebnissen), ihre "innere Körperspannung" und auch ihre "Muskelspannung" erhöhen.

Diese "Anspannung" führt zu "vegetativen" Symptomatik wie

- Muskeltonus Erhöhung
- Unruhe
- Angst
- Temperaturanstieg
- Blutdruckerhöhung
- Anstieg der Herzfrequenz
- Schwitzen
- Schlafstörungen

Diese "Körperwahrnehmungsfördernde" Wäsche, wird auch bei Menschen mit einem schlaffen Muskeltonus oder einer schlaffen Lähmung angewendet. Hier steht vor allem aber die "passive" Wahrnehmungsförderung des Körperbildes im Vordergrund.

Die "Körperwahrnehmung", wird bei dieser Art der Wäsche durch die "Propriorezeptoren" an und in der Haut erreicht.


Wie im Mutterleib wo Lanugohaare(Körperhaare des sich entwickelnden Kindes), durch das Fruchtwasser, das den Körper des Kindes umspült in Bewegung kommen, und den elektrischen Impuls zum Gehirn weiterleiten, sind bei der"Körperwahrnehmungsförderung", durch Waschungen, die Körperhaare von großer Bedeutung.

Jedes Körperhaar ist an der Wurzel mit einem Nervengeflecht umgeben, welche die "Informationen", die von außen kommen, durch sensible Bahnen ins Gehirn weiterleitet.


Die Körperhaare sind wichtige Wahrnehmungskanäle.


Eine "Berührung" in Körperhaarwuchsrichtung, wird vom Menschen als angenehm, entspannend empfunden (Entspannung von Körper und Geist).

Dagegen regt das Streichen gegen die Haarwuchsrichtung sehr stark an.

Beispiel: Wenn man ein Tier gegen die Haarwuchsrichtung streicht, wird es versuchen sich zu wehren, es kommt zu starken Abwehrverhalten.
Zu Beweisen ist dieses Abwehrverhalten mit Zunahme von hoher elektrischer Aktivität im Gehirn.

Ein weiterer wichtiger Wahrnehmungskanal sind die Drucksensoren in der Haut


Das sind spezielle Wahrnehmungskanäle die "Berührung" registrieren und die Information als elektrisches Signal dem Gehirn weiterleiten.

Durch die "Wahrnehmungskanäle", kommt es zum Aufzeigen von Körpergrenzen, dadurch kann ein zusammenhängendes Bild von unseren Körper im Gehhirn entstehen.

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Thermorezeptoren

Thermorezeptoren in der Haut wiederum, leiten Kälte -Wärme empfinden
aus der Umwelt über spezielle Nervenbahnen zum Gehirn. Durch Wärme- oder Kälte kommt es zur "Entspannung" oder "Anspannung" des Körpers.

Die Entspannung ist wichtig, vor allem bei "vegetativen" Symptomatiken, die Aufgrund von "Ängsten", zur Spannungserhöhung, am und im Körper führen.

Die Spannungserhöhung führt zu

a) Blutdruckanstieg
b) Temperaturanstieg
c) Unruhe etc.

Da die "Körperentspannung", über die Thermorezeptoren in der Haut und der Haarwuchsrichtung erfolgt, ist auf eine richtige "Temperatur" des "Mediums" - Wasser zu achten.

Die Temperatur des Wassers, sollte an der Haut 37-38 Grad Celsius betragen.
Kühleres Wasser führt zur Anspannung oder Verspannung.

Da das Waschwasser mit der Zeit an Wärme verliert, sollte bei der "Beruhigenden" -"Entspannenden" Wäsche immer auf die richtige Temperatur geachtet werden.

Der Rücken ist besonders empfindlich. Wenn der Rücken mit bereits ausgekühltem Wasser gewaschen wird, kommt es zu einer starken Anspannung des Körpers sowohl außen als auch inneren und zum Abwehrverhalten. Daher die Wassertemperatur immer neu anpassen damit man "Erfolg" hat.

Achtung: Eine Ausnahme gibt es. Bei Menschen mit sehr niedrigen "systolischen Blutdruckwerten", man spricht von unter 100mm/Hg, sollte die Gefäßspannung (in der Intima des Blutgefäßes) nicht herabgesetzt werden.

Das tritt zum Beispiel ein, wenn Wärme an der Haut über 37-38Grad Celsius übersteigt. (Auch im Bad, wo es soft warm ist, kann diese Gefäßspannungsreduzierung passieren und es kommt zum "kollabieren" des Patienten, durch Blutdruckabfall.)

In diesem Fall, sollte ein etwas kühleres Wasser zum Waschen verwendet werden. Die Richtung in der die Wäsche erfolgt bleibt gleich. In der Praxis hat es sich gezeigt, dass bereits Wassertemperatur von 34-35Grad Celsius, diese Gefäßspannung aufrechterhält.

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INDIKATION dieser WÄSCHE:

a) Verlust des Körperbildes
b) Unruhige Patienten
c) Ängstliche Patienten
d) Tachykardien
e) Erhöhten Muskeltonus
f) I-C-H Patienten in der Frühphase
g) Parkinson Patienten
h) Hypertonie
i ) im Zweifelsfall immer BERUHIGEND!!!!!!

ZIEL:

a) Beruhigung
b) Senkung der HF
c) Lösen der Angstzustände
d) Reduzierung der Schweißsekretion
e )Reduzierung des Muskeltonus
f) Senkung des Blutdrucks ( bei Angstzuständen!)
g) Bewusstmachen des Körperbildes


ZEIT:

Zeitangaben sind sehr schwer zu machen, da die Körperwahrnhemungsförderung, dem Krankheitsbild des einzelnen Patienten angepasst werden soll.


ANZAHL DER PFLEGEKRÄFTE: 1

Beim Drehen des Patienten, sollten so viele Pflegepersonen helfen, dass die Sicherheit des Patienten gewährleistet ist.

MATERIAL:

a) Wasser 37 - 40 Grad C (an der Haut des Patienten)
b) 2 Waschlappen (Körpergrenzen bewusst machen)
c) 1 -2 Handtücher oder Badetücher

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Der Waschzusatz hat für den "Erfolg" keine Bedeutung!

Achtung:

Da unsere Haut auch unser größtes "Abwehrorgan" ist, sollte sie in dieser Funktion nicht beeinträchtigt werden. Der pH-Wert auf unserer Haut sollte bei 7,5 liegen. Dieser Wert verhindert, dass sich "Keime" auf der Haut ansiedeln können.
Das Waschen mit "klarem -reinem" Wasser reduziert den pH-Wert für einige Zeit. (Forschungen haben ergeben, dass dieser Effekt, bis zu fünf Stunden anhalten kann.)

Wenn jetzt Waschzusätze, die nicht pH-Neutral sind verwendet werden, kann die Haut ihre Schutzfunktion nicht übernehmen. Es wird über längere Zeit ein alkalisches Milieu vorherrschen. Die Haut ist jetzt "Angriffsanfälliger".

Wenn wir uns "duschen" oder "baden", werden die Rückstände der Pflegeartikel mit klarem Wasser abgespült.

Werden Menschen im Bett gewaschen, wo Waschzusätze verwendet werden, die nicht dem Säure-Basen Haushalt der Haut entsprechen und die Rückstände auf der Haut nicht mit "klarem" -"reinem" Wasser entfernt werden, könnte es zu einer längeren ja sogar ständigen Veränderung des Säure-Basen Haushaltes (Schutzmantels) auf der Haut kommen. Die Abwehrfunktion der Haut würde dadurch geschwächt


Grundsatz: Darum sollte in der "Pflege", das "Waschen" mit anderen Augen gesehen werden.

Alternativen.

Ich persönlich , habe in den letzten drei Jahren, auf unserer Intensivstation , aber auch in anderen Einrichtungen in der ich tätig war, des Öfteren nur mit "klarem" "reinen" Wasser die Waschungen durchgeführt.
Es kam zu keinen Problemen auf der Haut. Auch wurden keine vermehrten "Keimansiedelung" beobachtet.
Wenn Waschzusätze verwendet werden, dann sollten sie pH - neutral sein. Oder man verwendet alternativen, die den pH -Wert nicht senken.

Durchführung der beruhigenden Wäsche!

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BESONDERHEITEN:

1) Waschung in Körperhaarrichtung
2) Symmetrisch
3) Nachmodellieren des Körpers
4) Langsame Durchführung
5) Ruhige Atmosphäre
6) Tätigkeiten 2 - 3-mal wiederholen


WIRKUNGSWEISE:

Jedes Körperhaar ist an der Wurzel mit Nervengeflecht umgebe, welches die Berührung registriert und diese Information ins Gehirn weiterleitet.


AUSFÜHRUNG:

Die beruhigende GKW wird in Körperhaarrichtung durchgeführt.

Somatische Stimulation

a)Patienten informieren
b)Initialberührung
c)Hand des Patient/in in das Waschwasser tauchen
(Thermorezeptoren in der Handinnenfläche aktivieren)

Wenn es möglich ist, sollte der Patient beim Waschen aufgesetzt werden. Danach gibt man den Waschlappen auf die Hand des Patienten/in und durch langsame Führung des Armes, wird Spürinformation auf der Brust vermitteln. (Alles was der Patient selbst waschen kann sollte er selbst durchführen)


REIHENFOLGE:


Arme:

a) An der Schulter beginnend, mit zwei Waschlappen den Arm des zu Pflegenden in Haarwuchsrichtung waschen (Von der Schulter ausgehend bis den Fingern). Tätigkeit 2 -3-mal wiederholen.

Gesicht:

a) Gesicht entweder geführte Wäsche (Patient kann dabei den Druck besser selbst steuern)
b) oder mit zwei Waschlappen beide Gesichtshälften, von oben nach unten zugleichzeitig waschen. (Orale Stimulation)

Brustkorb und Bauch:

a) Von der Clavikula (Schlüsselbein) zur Schulter
b) von der Achsel, zur Brust (Mamiellen)
c) Von der Außenseite des Stammes sternförmig Richtung Nabel.
(siehe Haarwuchsrichtung)

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Untere Extremitäten:

Am Oberschenkel wird an der Vorderseite, mit beiden Händen ,von der Darmbeinkante an bis zur Kniekehle gewaschen, ab dem Knie das ganze Bein umgriffen und in Richtung des Fußes, bis zu den Zehen gewaschen ( von proximal nach distal).


DREHEN des Patienten:

Der Mensch kann sich selbst nur drehen, wenn er "ein" Bein, oder "beide" Beine aufstellt (Drehbewegung vom Rumpf aus). Darum sollte diese "Bewegung" auch am Patienten nachgeahmt werden. Dadurch kommt es zu einer Tonusverminderung im Körper. Er läst sich leichter auf die Seite drehen.

Aufstellen der Beine und langsam in Richtung zur Pflegeperson drehen(Sicherheit vermitteln). Wenn jemand auf der gegenüberliegenden Seite steht und hilft den Patienten zu drehen, kann er auch "weggedreht" werden.

RÜCKEN:

Der Rücken wird wiederum von der Außenseite des Stammes in Richtung zur Wirbelsäule, von oben (Schulterbereich) nach unten (Lendenwirbelbereich) gewaschen. Auch hier wird symmetrisch vorgegangen.
Am Schluss werden die Unterseiten der Oberschenkel von distal nach proximal gewaschen (Von der Kniekehle, Richtung zum Analbereich).


Die Berührung bei der Wäsche wird mit aussagekräftigem Druck ausgeführt. Oberflächliche leichte "Berührungen" verstärken das Abwehrverhalten. Die Geschwindigkeit der einzelnen Pflegehandlungen sind der "schwere" der Erkrankung des Patienten angepasst.


ABTROCKNEN:

a) Handtuch oder Badetuch
b) Jeden Körperteil 2 -3-mal
c) In Körperhaarrichtung - symmetrisch
d) Langsam
e) Mit aussagekräftigem Druck


Zum Analbereich und Genitalbereich:


Das Waschen-Reinigen des Analbereiches und Genitalbereiches, kann in der Wahrnehmungsförderung der "Basalen Stimulation® in der Pflege" als "Kontinenz Training", gesehen werden. (Reinigen - rein sein).

Dadurch gibt es keine genauen Angaben "wann" es durchgeführt werden soll.
Bei unruhigen - ängstlichen Patienten, die eine erhöhte "vegetative" Symptomatik aufweisen, sollte die Anal und Genitalpflege, vor der beruhigenden Waschung durchgeführt werden, damit der Patient sich danach entspannen kann (Oder zu einem späteren Zeitpunkt).

ES KANN EINE BERUHIGENDE KÖRPERWÄSCHE AUCH ALS TEILWÄSCHE ANGEWAND WERDEN!

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*Zusammenfassend währe zu sagen, dass eine "Waschung" des Körpers, mit "reinigen" nicht viel zu tun hat. Sondern die Förderung der Körperwahrnehmung steht im Vordergrund.

*Ein ganz entscheidender Faktor für die Entspannung des Patienten ist es, dass er sich auf eine Tätigkeit konsentrieren kann. Dass ist nur der Fall wenn er das "gleiche" Angebot immer wieder bekommt.
*Wenn jetzt eine Pflegemaßnahme immer denn gleichen Verlauf aufweist, kann er sich darauf einstellen und auch "entspannen".

*Würde die Waschung jeden Tag eine "andere" Reihenfolge und anders durchgeführt werden so kommt es sicher zu verstärkter Abwehrhaltung des Patienten.

*Darum ist es wichtig das gleiche Pflegemaßnahmen gesetzt werden, damit der Patient sich "auskennt".

*Auch geht es um das Wohlbefinden des Menschen. Die Entspannung ist für den Menschen eine wichtige Sache, um einzelnen Regulation im Körper selbst besser zu schaffen.

*Stauungen können damit gelöst werden. Der Energiefluss wird verbessert.
All diese Bereiche sind für den Genesungsverlauf von großer Bedeutung.

*Damit kann man sagen, dass eine Wäsche auch finanzielle Einsparungen im Krankenhaus bringt!


Dieser Bericht entspricht den "Zentralen Zielen" der "Basalen Stimulation® in der Pflege!"

Leben erhalten
Das eigene Leben spüren
Sicherheit erleben
Vertrauen Aufbauen
Den eigenen Rhythmus entwickeln
Sein Leben gestalten
Außenwelt erfahren
Beziehung aufnehmen
Sinn und Bedeutung erleben

Für den Inhalt verantwortlich.
© Herr Johann Rannegger
Kursleiter "Basale Stimulation® in der Pflege!"


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© 2007 by Johann Rannegger