Basale Stimulation

Fragen und Antworten

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Orale Entwicklung: Sprachentwicklung!

Der Mund des Menschen hat zwei Aufgaben:

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Erstens für die Nahrungsaufnahme!
Zweitens für die "Lautbildung" beim Sprechen!

(Für die Atmung ist im Normalfall die Nase zuständig. Nur im Ausnahmefall soll man über den Mund atmen. Der Energiestoff, Prama kann nur über die Riechfäden der Nase aus dem Sauerstoff aufgenommen werden.)

Um die Nahrung aufnehmen und einen Laut bilden zu können, braucht der Mensch eine "Intakte" Mundmotorik als auch Zungenmotorik. Ist die Mund, beziehungsweise Zungenmotorik eingeschränkt, kann die Nahrung nicht gekaut werden und mit der Zunge zurückbefördert werden. Eine feste Nahrungsaufnahme ist nicht möglich.

Genauso ist es mit der "Lautbildung", beim Sprechen.
Um ein Wort im Mund entstehen lassen zu können, braucht man eine "Intakte" Mund - beziehungsweise Zungenmotorik. Die Luft, die aus der Lunge aufströmt, wird von den Stimmbändern in Vibration gebracht und diese vibrierende Luft, wird im Mund durch verschiede Mund -Lippen und Zungestellungen zu einen Ton (Klang) geformt.

Wenn aber der Mund und die Zunge durch eine Erkrankung (Spastik) nicht funktioniert, ist die motorische Sprache nicht möglich oder beeinträchtigt.

In unserem Gehirn gibt es zwei Zentren die für die Sprache wichtig sind!

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Das eine ist das "sensorische" (Wernicke) Sprachzentrum.
Es liegt hinter der Zentralfurche im Gehirn.

Das Zweite ist das "motorische" Sprachzentrum.
Dieses liegt im Scheitellappen und wird auch "Broca" Zentrum genant.
(Nach neuesten Erkenntnissen gibt es über dreißig im Gehirn verstreute Sprachzentren)
Die obengenanten sind aber die Wichtigsten.

Da diese Zentren im Gehirn von "Außen" aufgebaut werden, und "nicht" Genetisch angelegt sind. Stellt sich die Frage,

" WIE KOMMEN DIESE IN UNSER GEHIRN"!

1) Intrauterine "ORALE" Wahrnehmungsentwicklung!

n der achten Schwangerschaftswoche, knicken die Arme vom Embryo in der Ellenbeuge ab (sogenannte Wachstumsbewegung). Die Arme und die Beine des Embryo sind am dreiundfünfzigsten, beziehungsweise um den sechsundfünfzigsten Schwangerschaftstag bereits ausgebildet.
Da das Kind zu dieser Zeit sich noch nicht selbst bewegen kann, (vestibulärer Bewegungsbeginn, ab der zwölften Schwangerschaftswoche) aber im Fruchtwasser schwimmt, kommt es zur "ersten" taktil/ haptischen Stimulation. (taktil/Berührung, haptisch/Druck eines Gegenstandes auf eine Unterlage)

Der in der "Ellenbeuge" abgewinkelte Arm des Kindes, (wird durch die Fruchtwasserbewegung Herzschlag - Atmung- Darmgeräusche - Stimme- Bewegung der Mutter) stößt mit den Daumen an die Unterlippe. Durch diese taktil/haptische Stimulation, öffnet das Kind den Mund.

Test:
Wenn der Arm in der Ellenbeuge abgewinkelt wird, passt der Daumen genau zum Mund. Wenn sie die dominante Hand zur dieser Übung verwenden öffnet sich der Mund automatisch. Nehmen sie die Nichtdominante, bleibt er geschlossen.

Der Daumen schwimmt in den Mund und stößt an der Zunge des Kindes an, (zweite taktile Erfahrung) der Mund des Kindes schließt sich.

Meine Hypothese:
Welcher Finger zuerst zum Mund und in den Mund des Kindes gelangt, wird seine DOMINANTE Hand. So entscheidet sich es, ob er rechts - oder links Händler wird. Auch ob sich das Sprachzentrum, rechts oder links im Gehirn anlegt.

Der Daumen des Kindes schwimmt, bei geschlossenen Lippen wieder aus dem Mund.
Da sich bei geschlossenen Lippen, hinter dem Daumen, ein Vakuum bildet, lernt das Kind "SAUGEN". (Saugakt) Diese immer wiederkehrenden "taktile/habtischen" Stimulationen, geben Informationen zum Gehirn und so kann sich neuronales Netzwerk (Verschaltungen zwischen den einzelnen Gehirnzellen) ausbilden.

Ab den dritten Schwangerschaftsmonat, macht das Kind im Mutterleib schon bewusste "orale" Stimulation. Es "lutscht" am Daumen (dominante) und schluckt Fruchtwasser.

Diese immer wiederkehrenden "oralen" Stimulationen, legen; sowohl das "sensorische" und das "motorische" Sprachzentrum im Gehirn des Kindes an.

Orale "sensorische und motorische" Entwicklung, in den ersten fünf Monaten nach der Geburt!

Das Kind "saugt" nach der Geburt an der Brust (Mamielle) der Mutter. Außerdem trinkt es an der "Flasche", an der er auch saugt.
Viele der Kinder "saugen", saugen auch an einem Schnuller. Das Kind bewegt den Schnuller im Mund hin und her, spukt in aus.

Alle diese "Bewegungen", sind Wahrnehmung und Bewegungsentwicklung, im sensomotorischen Bereich des Gehirns.

Außerdem bekommt das Kind "Liebkosungen", im Gesicht und um den Mund. Auch diese "Berührungen" werden im Gehirn abgespeichert.

Ab dem dritten Monat, bekommt das Kind nicht nur mehr flüssige Nahrung. Jetzt beginnt die Mutter dem Kleinkind auch mit dem Löffel breiige Nahrung zu verabreichen.

Die Mutter nimmt am Anfang der Essversuche mit dem Löffel einen Plastiklöffel und keinen Löffel aus Metal. Da die Verletzungsgefahr zu groß ist und das Kind Metal noch nicht kennt und dadurch den Mund nicht aufmacht. (Auch bei alten Menschen hat sich diese Methode gut bewährt, wenn die Verletzungsgefahr zu groß ist)

Die Mutter gibt den vorbereiteten Brei auf den Löffel und führt ihn zu "ihrem" Mund, um die Temperatur zu kontrollieren. (So wird die Temperatur, von Generation zu Generation weitergegeben) Danach führt die Mutter, den Temperatur angepassten Brei auf dem Löffel zum Mund des Kindes. Sie "stößt", mit dem Löffel an die Unterlippe des Kindes, das Kind "öffnet" den Mund. Die Mutter gibt den Löffel in den Mund des Kindes, der Löffel "drückt" auf die Zunge (zweite taktile Reaktion), das Kind schließt den Mund und die Mutter zieht den Löffel aus den Mund des Kindes.

Reaktion: Der Brei im Mund, kommt postwendend wieder im hohen Bogen aus dem Mund zurück heraus.
"Leitsatz": Was das Gehirn (der Mensch) nicht kennt, "isst" es auch nicht.

Da das Kind "diesen" Geschmack noch nicht im Gehirn abgespeichert hat, "sondert" er es wieder ab. Beim zweiten Löffel ist die Reaktion des Absonderns nicht mehr so stark. Beim dritten Löffel noch geringer, und wenn das Gehirn "diesen" Geschmack abgespeichert hat, schluckt das Kind den Brei runter.

Diese Reaktion des "absondern" ist bei anderen Geschmackstoffen genauso vorhanden.
Durch die "Unterschiedlichen" Geschmackstoffe lernt das Kind. Diese "einzelnen" Geschmackstoffe bleiben dem Gehirn ein leben lang erhalten. (Karotte- Vanille - Birne - Apfel - Erbse etc.)
Die "Orale Stimulation" bei der Nahrungsverabreichung mit dem Löffel, ist für die "Lautbildung" "M" ganz wichtig!

"ORALE" Phase: Ab dem fünften Monat!

Vom fünften Monat, bis zum zweiten Lebensjahr, vergrößert sich das Gehirnvolumen des Kindes um das Doppelte.
(Zunahme des neuronalen Netzwerks)

Ab dem fünften Monat, beginnt das Kind mit dem Mund zu "sehen" - "Erkundung"!
Alles was in die Hände des Kindes kommt, wird in den Mund "gesteckt" und "bekundet".
Diese "ORALE" Wahrnehmung, ist für das Kind von großer Wichtigkeit, da es verschiedene "Materialien" über den Mund - Zunge ins Gehirn leitet und dort abspeichert.
(Wenn ein Kind, Aufgrund eines "Sehfehlers", keine Orale Phase (Stimulation) durchführt, kann es vielleicht später den "Laut" nicht "formen" und ist dadurch "STUMM"!)

"ORALE" Stimulation mit Nahrungsmittel, nach dem fünften Monat!

Die Mutter verändert ab dem fünften Monat, bei der Nahrungsverabreichung die "Conzestenz", des Bahrungsbreies immer mehr und mehr. Von "breiig" zu "fest".
Auch werden "verschiedene" Geschmackstoffe, und Conzestenzen gleichzeitig verabreicht.
(flüssig- breiig - fest)

Um diese "verschiedenen" Geschmackstoffe und Conzestenzen auf einmal verarbeiten zu können, braucht man eine große Gehirnleistung.

Damit man bei der "Nahrungsverabreichung" nicht "erstickt" durch eine Aspiration (Verschlucken) , muss zuerst flüssig -danach -breiig und am Schluss fest im Mund verarbeitet werden.
Flüssig kann zuerst geschluckt werden; breiig wird "eingespeichelt" um es besser schlucken zu können.
Fest muss zuerst in einen breiigen Zustand gebracht werden und "eingespeichelt" kann es dann geschluckt werden.

Achtung. Darum müssen oft, bei Menschen mit "Hirnleistungsstörungen" nach Erkrankungen und bei älteren Menschen, die Nahrung zu einer "Conzestenz" verarbeitet werden.

Durch das "Kauen", lernt der Mensch erst den "Laut" bilden.

Erstes Wort:

"Auto". Diese Lippenstellung und Zungenstellung sind ähnlich wie beim Daumenlutschen und Flasche trinken.

Mama": Diese Mund und Lippenstellung ist ähnlich wie beim Brei vom Löffel herunternehmen. Dabei werden die Lippen zusammen gepresst.

Natürlich muss ein Kind auch "Hören können", sonst hört es ja nicht das ein "Laut" seine Lippen verlässt und was es spricht.

Fazit: Viele Menschen mit einer "Sondennahrung" über die Bauchdecke, (PEG) hören vom "Sprechen" auf. Da sie ja den "Laut" durch die fehlende Mundmotorik, bei der "Oralen" Nahrungszufuhr nicht mehr beherrschen (Training).

Die Mund, beziehungsweise Zungenmotorik, braucht immer wieder neue "Bestätigung" im Gehirn.

Für den Inhalt verantwortlich:

© Johann Rannegger
Kursleiter
"Basale Stimulation® in der Pflege"!
19. Februar 2005

© 2007 by Johann Rannegger