Basale Stimulation

Fragen und Antworten

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Basale Stimulation in der Pflege

DGKP. JOHANN RANNEGGER
WIESERSTRASSE 81
A-8541 SCHWANBERG
Tel.:03467 88 06
Fax 03467 20088

SCHWANBERG, 06.03.1996

ABSCHLUSSARBEIT ZUR KURSLEITER AUSBILDUNG



BASALE STIMULATION® in der Pflege.

STUDIE über Patienten ALFRED ZANKOLO ,schweres SHT
nach Motorradunfall.

Pflege nach dem Konzept der Basalen Stimulation®.

INHALT:
· ERKRANKUNG
· KRANKHEITSVERLAUF
· BIOGRAPHISCHE ANAMNESE
· ZUSTAND BEI DER ÜBERNAHME
· WICHTIGE WAHRNEHMUNGSBEREICHE
· PFLEGEPLAN
· ANWENDUNG DES PFLEGEPLANES
· THERAPEUTISCHE ANGEBOTE
· WEITERE FÖRDERUNG NACH DEM KONZEPT DER BASALEN STIMULATION®


ALFRED ZANKOLO
Geb: 04.06. 1975


DIAGNOSE: Polytrauma nach Motorradunfall!

· schweres SHT mit Hirnstammscherung
· Beckenfraktur mit Symphysensprengung
· Patellafraktur links
· stumpfes Bauchtrauma intraperitonale Flüssigkeit
· Einriss des linken Mundwinkel 5 cm nach unten.

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VERLAUF:
Herr Zankolo stieß in der Nacht des 23. Sept.95 mit dem Motorrad frontal gegen eine Hausmauer.

Alfred wurde an der Unfallstelle intubiert und beatmet. Es wurde eine Schockbekämpfung durchgeführt. (Glasgow Coma Score lag bei 3)

Er wurde mit dem NAW bei stabilen Verhältnissen auf die Chirurgie Intensivstation gebracht.


Im Rahmen der diagnostischen Abklärung zeigte sich im
Schädel-CT eine:
· Frontobasale Schädelfraktur links , mit Pneumato-cephalus
· eine Kontusionsblutung links frontal, im Durchmes-ser von 2cm
· eine SAB im rechten Tentoriumschlitz.

Wegen freier intraperitonealer Flüssigkeit, erfolgte eine Notlaperatomie, dabei wurde ein ausgedehntes Bauchwandhämatom festgestellt, jedoch keine Verlet-zung innerer Organe.

Vom Neurochirurgen wurde eine EPIDURALE Drucksonde gelegt.

Die Beckenfraktur wurde mit einem Fixateur externa versorgt.

Die Patellafraktur links, mit einer Zuggurtung.

MR-Befund vom 28.09.1995

· Kontusionsblutung links frontobasal
· kleine subcorticale Blutungen
· eine kleine frontale SAB
· petichiale Blutung im Hirnstamm
und ein schweres Scherungstrauma.

Am 29.09.95 erfolgte eine perkutane Tracheotomie.

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Ab 30.09. beginnt Herr Zancolo zu fiebern, im Sinne einer Kontinua, mit Spitzenwerten bis 40,1 Grad Celsius. Die Temperatur kann erst nach einigen Tagen , mit intensiven physika-lischen Kühlungsmaßnahmen gesenkt werden.
Ein besonderes Problem stellt das Starke Schwitzen des Patienten dar, das zum Ersten-mal nach dem Abfiebern um den 10.Okt. auffiel.
Trotz täglich durchgeführter Physiotherapie, entwickelte Herr Zancolo eine ausgeprägte Spastik, die sich nach Gabe von Lioresal und Gewacalm etwas besserte.

Am 25.09. wurde mittels einer Magensonde, mit dem enteralen Nahrungsaufbau be-gonnen.

NEUROLOGISCHER VERLAUF:

Der Patient ist während der ersten Tage tief bewusstlos.

Am 24.09.95 traten Beuge und Streckkrämpfe auf. Herr Zancolo wird darauf eine Wo-che tief sediert und beatmet. Der ICP ist während dieser Zeit unter 20 mm Hg, lediglich bei Krampfgeschehen steigt er auf 35mm Hg an.

Diese Angaben entstammen der Befunderhebung und nach Rückspra-che mit dem Team der Anästhesie Intensivstation.

PS.: Es scheint mir von großer Wichtigkeit, die Befunderhebung so ausführlich zu gestalten, da die Umstände des plötzlichen Fieberanstiegs und der starken Transpiration nicht abgeklärt werden konnten.

Herr Zancolo wird heute von der Schlaganfall und Früh-rehabilitation - Intensivstation des LNKH Graz
übernommen.

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Zustand des Herrn Zancolo bei der Übernahme von der Anästhesie Intensivstation am 31.Okt. 95.

OBJEKTIV-SOMATISCH bei der Übernahme:

· leicht reduzierter Allgemeinzustand
· mäßiger Ernährungszustand
· Haut und sichtbare SH. anikterisch blass.

* CAPUT: frei beweglich, die Zunge ist feucht und nicht belegt.
Rachen bland, Gebiss ist lückenhaft.

* COR: tachykard bis 140/ Minute - ryhthmisch
RR 135/ 70 mmHg

* ABDOMEN: liegender externer Fixateur nach Beckenfraktur,
Bauch ist weich.


* OBERE EXTREMITÄTEN:

Rechts und links, beiderseits spastische Tonus Erhöhung
(Beugehaltung mit gesteigertem Muskeleigenreflex)
Bei der Übernahme keine Spontanbewegung.


* UNTERE EXTREMITÄTEN:

Auch hier eine bds. spastische Tonuserhöhung.
Bei Berührung kommt es zu leichter Abwehr -
bewegung , in Form von Streckspastik auf der
linken Seite. Pyramidenzeichen bds. Positiv.
Der Muskeleigenreflex ist erhöht.

* PSYCHISCH:

Alfred reagiert nicht auf Ansprache, bei Berührung kommt es zu geringgradiger Abwehrbewegung der oberen Extremitäten, links mehr als rechts, in Form
von Beugung.

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* AUGEN:

Herr Zancolo hat bei der Aufnahme die Augen geschlossen.
Die Pupillen sind bei der Prüfung isicor.


* NARBEN:

Im Bereich des li. Mundwinkels, ist eine 5cm
lange nach unten gerichtete Verletzungsnarbe.
Am Bauch, eine 15cm lange, um den Nabel herum reichende Narbe nach Abdomen Operation.
Am linken Knie eine 5cm lange nach Patella - op.
(Zuggurten Operation.)


* ATMUNG:

Der Patient hyperventiliert zur Zeit sehr stark.
(35-40/ Minute)
Die Atmung erfolgt über ein Tracheostoma mit einer Shelly Kanüle Nr.6. Die Kanüle ist mit einer feuchten Nase bestückt.


* AUSSCHEIDUNG:


Alfred hat einen DK (Nr.14 Chr.), letzter Wechsel am 31.Okt.
Stuhl hatte er am 30.Okt. 1995 letztmalig.


* HAUT:

Haut ist intakt.

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BIOGRAPHISCHE INFORMATIONSSAMLUNG
ÜBER HERRN ZANCOLO

INFORMANT: Pflegemutter (seit dem 9. Lebensjahr)


Allgemeines:
· Stand: ledig
· Beruf: Koch und Kellner
· Kinder: keine
· Bezugsperson: Freund Martin u. Pflegemutter
· Verwandte: Mutter (wenig Beziehung) 5 Geschwister
· Erkrankung: seit dem 16. Lebensjahr ist er Epileptiker,
Alfred hat nach einer eitrigen Bronchitis,
eine Kehldeckeloperation gehabt.

· wichtige Personen: Schwester aus Tirol
· welcher Typ ist er: ein lebhafter Typ
· Anlässe die ihm wichtig sind: Weihnachten
· Sinne die er bevorzugt : den Geschmacksinn
· ist Körperhygiene für ihn wichtig? ja
· wie geht er mit Schmerzen um? laut Angehörige erträgt er viele Schmerzen
· ist er rechts oder Linkshänder? rechts
· welche Hobbys hat er? sein Motorrad


Welche Erwartung haben Sie (Pflegemutter ) in der Zukunft? -
Keine besonderen!


SOMATISCHER BEREICH:

Welche Berührungen gehören zu seinem Alltag?
Handgeben bei Begrüßung der Gäste.
Berührungen die bei der Arbeit in der Küche anfallen.
Händling mit dem Motorrad.

Wo lässt er sich von wem Berühren?
Händeschütteln mit den Gästen.
Schulterbereich (auf die Schulter klopfen)

Welche Art von Berührung mag er nicht?
Berührungen an den Haaren!
(er ist sehr eitel)

Welche Unterlagen bevorzugt er beim Liegen?
Er hat gerne weiche Matratzen!

Welche Raumtemperatur bevorzugt er beim Liegen?

Er liebt es eher kühl.

Möchten Sie etwas zu seiner Ausscheidung sagen?
Wen er schwitzt, geht er sich duschen.

Welche Bedeutung hat für ihn, der Aufenthalt im Freien?
Er ist gerne in der Natur, vor allem mit dem Motorrad.

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VESTIBULÄRER BEREICH:

Wie würden Sie, seine Körperhaltung beschreiben?
Er geht sehr elegant.

Welche Position nimmt er beim Schlafen ein?
Seine bevorzugte Lage ist die Seitenlage.
Er liegt auch gerne am Bauch.

Welche mag er nicht?
Die Rückenlage!

VIBRATORISCHER BEREICH!

Welche Vibrationen gibt es in seinem Alltag?
Vibrationen beim Gasgeben mit dem Motorrad.
Küchengeräte die vibrieren, (Mixer)


ORALER BEREICH:

Welche Bedeutung hat für ihn die Ernährung?
Berufsbetingt: Nahrungsproduktion in der Küche.
Selbst isst er gerne, wenn alles schön hergerichtet ist.

Welche Geschmacksrichtungen bevorzugt er?
Er hat gerne süß.

Speisen Fruchtjoghurt, Vanille Pudding, Cremen, Topfentorten, Püree.

Getränke: Kaffee und Orangensaft.

Welche lehnt er ab?
Speisen: Rosinen
Getränke: Seid Ihr keine bekannt.

Trinkt er vor, während oder nach dem Essen?
Er trinkt sowohl zum Essen,
Als auch über den restlichen Tag nimmt er Flüssigkeit zu sich.

Isst er gerne alleine, oder in Gesellschaft?
Er isst gerne in Gesellschaft.

Wie ist sein Tempo beim Essen?
Eher hastig.

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OLFAKTORISCHER BEREICH!

Welche Gerüche gibt es in seiner Umgebung?
Allgemeine Küchengerüche, wie sie beim Kochen entstehen.
Motorrad Abgase- Gerüche in der Natur, die beim Motorrad fahren wahrgenommen werden .

Gibt es Gerüche die er ablehnt?
Es sind keine bekannt.

AUDITIVE BEREICHE!

Ihm vertraute Stimmen!
Menschen: Freund Martin und dessen Freundin Claudia.
Ziehmutter, sowie seine Chefin Frau Hobel und
die von seiner Schwester Silvia.

Tiere: Hundegebell (hatten zu Hause einen Hund)

Welche sind ihm unangenehm?
Keine bekannt.

Welche Musik bevorzugt er?
Volksmusik - Popmusik (STS eine einheimische Popgruppe )

Welche mag er nicht?
Klassik.

TAKTIL/HAPTISCHER BEREICH:

Ist er rechts oder Linkshänder?
Er ist Rechtshänder.


Welche Bedeutung haben für ihn die Hände?

Eine Große, sehr gefühlsbetont.

Hat er Haustiere?
Er hatte bei seinen Eltern einen Hund.
Er hat gerne Tiere um sich.

Welche Materialien mag er nicht angreifen?
Sind keine bekannt.

VISUELLER BEREICH:

Was sieht er gerne?
(Farben, Formen, Bilder)
Bewegte Bilder, hat gerne bunt (Gameboy)

Welche Gewohnheiten hat er beim Lesen?
(Tageszeit - Vorlieben)
In der Früh die Tageszeitung, sonst liest er eher weniger.

Leidet er unter Sehstörungen?
Nein.

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Diese biographische Informationssammlung, dient zur Förderung des Pat. über die Sinneswahrnehmung welche die Basale Stimulation in der Pflege beinhaltet.


BEOBACHTUNG VON HERRN ZANCOLO
AM 31.OKT. 1995

Beim Nachtdienst, über 12. Stunden

18.45 Uhr Dienstübergabe:

Laut Tagdienst ist Herr Zancolo heute am Tag, mit dem NAW in Begleitung eines Anästhesis-ten zu uns transferiert worden. Bei der Aufnahme zeigte der Patient keinerlei Reaktionen.

· Am Nachmittag beginnt Alfred plötzlich stark unruhig zu werden.
Er bewegt ständig seine Arme und den Kopf hin und her( wurmartige Bewegungen) dabei überstreckt er den Kopf sehr stark.

· Auch die Herzfrequenz steigt dabei stark an, bis auf 150/min.
Die Temperatur ist zur Zeit auf 39,6 Grad. Alfred transpiriert sehr stark.
Das Bett wurde zweimal gerichtet.

· Am Nachmittag öffnete er zum erstenmal die Augen, schaute mit verängstigtem Blick in die Umgebung, konnte aber keinen Blickkontakt halten.

19.00 Uhr:

· Zur Zeit ist Alfred sehr unruhig, seine Arme sind gebeugt, die Finger zur Faust ge-schlossen und er bewegt die Arme ständig in Richtung Kopf, dabei streift er ständig die Kanüle und es besteht die Gefahr, dass er sich extubiert.

· Sein Kopf ist überstreckt und ständig in Bewegung, die HF. ist auf 146/min. Er trans-piriert stark, das Bett ist feucht vom Schweiß.

· Die Körpertemperatur beträgt jetzt 38,9 Grad Celsius. Seine Atmung ist oberflächlich und er hyperventiliert stark. (35-40/min.)

Alfred hat sich seine Magensonde selbst entfernt.
Ich übernehme Herrn Zancolo zur Betreuung in dieser Nacht.
Meine Kollegen und ich erarbeiten einen aktuellen Pflegeplan für diese Nacht.

* Es erscheint uns von großer Wichtigkeit, dass dem Patienten seine Angst, die er zur Zeit anscheinend hat, genommen werden kann. Dass er durch das Vertrauen zu uns, ruhiger wird und seine Abwehrbewegungen der oberen Extremitäten, vermindert werden können. Damit er sich nicht verletzt oder sich selbst extubiert.

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* AKTUELLER PFLEGEPLAN *

für die NACHT vom 31. 10.1995 auf den 1.11.95


1. Vorstellen meiner Person bei Alfred und beruhigend auf ihn einsprechen.
Initialberührung an der rechten Hand und rechten Schulter.

2. Es wird eine beruhigende Ganzkörperwäsche durchgeführt.

3. Um seine Mundtrockenheit zu beheben, werde ich eine orale Stimulation mit einer Orangenspalte machen.

4. Sicherheit geben, Schmerzen vermeiden, durch langsames Vorgehen beim Betten machen und diese Tätigkeit mit einem Kollegen durchführen.

5. Vibrationen! Eventuell mit einem elektrischen Rasierer, über die lange Röh-renknochen, ihm seinen Körper wieder bewusst machen.

6. Ernährung! Die Magensonde erst in der Früh neu setzen, damit der Patient ruhig schlafen kann. (Nach vorheriger genauer Bilanzierung.)


19.30 Uhr:

Jetzt stelle ich mich bei Alfred vor, dabei drücke ich seine rechte Hand und greife an seine rechte Schulter. Nun wird Herrn Zancolo die weitere Vorgangsweise ruhig erklärt.

a) Dass ich vorhabe ihn nun zu waschen und eine orale Stimulation gegen seine Mundtro-ckenheit vornehmen werde.

b) Dass er eine neue Magensonde erst in der Früh bekommt.

Nun wird alles für eine beruhigende Wäsche vorbereitet, auch die Orange zur oralen Stimula-tion wird hergerichtet.

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REAKTION:

· Alfred reduziert seinen Muskeltonus im rechten Arm, als ich ihm den nassen Waschlappen auf die rechte Hand gebe. Er lässt seinen Arm gut führen und ich kann seinen Oberkörper waschen.


· Danach wasche ich mit zwei Waschlappen seine Arme in Haarrichtung, später das Gesicht und zum Schluss seine Beine.


Ich verwende mit Absicht
keine DIAMETRALE WASCHUNG,
da diese dem Patienten eventuell beunruhigen könnte.


· Nach dem Waschen ist sein Gesichtsausdruck gelöst. Auch die gesamte Körperspannung ist vermindert. Alfred ist ruhig und die Herzfrequenz ist auf 112/min gesunken.


· Auch das Abtrocknen des Körpers wird in Haarrichtung, mit etwas festerem Druck ge-macht.


· Beim Bettenrichten ist mir ein Kollege behilflich, Alfred wird vorher informiert. Es werden seine Beine aufgestellt und nun wird er auf die linke Seite gedreht.


In Seitenlage wird ein Druck mit meinen Unterarmen auf seinen Oberkörper ausgeübt, damit er seinen gesamten Körper wieder spüren kann.

Danach wir Alfred auf die andere Seite gedreht, mein Kollege unterstützt ihn dabei. Auch jetzt wird wieder Druck mit den Unterarmen auf den Oberkörper vom Alfred erzeugt, zum Gegendruck wird die Matratze verwendet.

ORALE STIMULATION:

Um die orale Stimulation durchführen zu können, wird Alfred aufgesetzt. Es wird nun eine Orange in seine Hände gegeben und seine Finger umfassen die Orange. Sinn ist es, dass ihm bekannte Gegenstände wieder bewusst gemacht werden.

Danach wird die Orange, von mir abgeschält und zum Riechen vor seine Nase gehalten.

REAKTION:

Er verzieht seinen Mund, dabei wird eine leichte Facialisparese, linksbetont sichtbar.

Nun wird eine Orangenspalte genommen und es wird 4-5mal an den Lippen von Alfred ent-langgefahren. Es kommt zur Speichelsekretion und zur Auslösung des Schluckaktes. Er dreht seinen Kopf auf die linke Seite.

VIBRATORISCHER BEREICH:

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Nach der oralen Stimulation wird mit einem elektrischen Rasierer eine vibratorische Förde-rung, über die langen Röhrenknochen des Skeletsystems bei Alfred gemacht. Sinn ist es, dass er seinen Körper wieder spürt.

VORGEHEN:

* Zuerst wird Alfred über mein Vorhaben informiert. Es wird seine Decke zurückgeschlagen. Der laufende Rasierer wird an der linken Ferse gegen den Ballen der Fußsole gedrückt.

REAKTION:

*Alfred sieht interessiert zu seinem Fuß, die HF bleibt auf 98/min.
Später wird die gleiche Tätigkeit beim rechten Fuß wiederholt und auch bei den Armen wird diese vibratorische Stimulation gemacht.
Am Schluss gebe ich den laufenden Rasierer in seine linke Hand.
Darauf wird Alfred ganz ruhig und seine Körperspannung lässt nach.
Nach einiger Zeit schläft er ein .Seine Herzfrequenz ist auf 87/min gesunken.

ES IST JETZT 21.00 UHR.

Alfred schläft bis 23.45 Uhr, danach wird er unruhig und beginnt leicht zu schwitzen. Mein Kollege und ich vermuten, dass ihm diese Lage nicht behagt. Die HF: ist zur Zeit auf 123/min, der RR beträgt 135/76 mm Hg. Die Temperatur ist bei 38,2 Grad.

Wir drehen Alfred jetzt, nach vorheriger Information auf die linke Seite.
Dazu wird der Dreiergriff nach Bobath angewandt. Zur Lageunterstützung wird ein Längs-polster von der Schulter bis zum Steiß und ein zweiter zwischen die Beine gegeben.


REAKTION:

* Alfred erhöht seinen Muskeltonus in den Armen leicht. Die Arme sind in Beugehaltung. Er sieht uns fragend an, der Gesichtsaus-druck ist angespannt. Die Faust ist geschlossen. Nach zwanzig Mi-nuten schläft er wieder ein.
Bis jetzt wurde keine Spontanbewegung der Beine beobachtet. Im Schlaf ist sein Muskeltonus reduziert.

Die Trachealkanüle wird über einen Inhalationsschlauch befeuchtet. Die Luft wird mit einer Heizung angewärmt.

4.00 Uhr:

* Alfred hat bis jetzt geschlafen, er brauchte nur dreimal abgesaugt zu werden. Die Herzfre-quenz hat sich in der Nacht, um die 85/min ein gebendelt.

* Nun wird Herr Zancolo von uns aufgeweckt, dazu wird er an der Schulter berührt und leicht gerüttelt. Zusätzlich wird er von uns angesprochen.

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REAKTION:

* Er wacht auf, gibt seine Arme in Beugehaltung und erhöht den Tonus. Sein Kopf ist überstreckt und er dreht ihn auf die Seite. Im linken Bein kommt es zu einer Streckspastik, mit Bil-dung eines Spitzfußes.

Wir drehen ihn, mit dem Dreiergriff nach Bobath, auf den Rücken. Ein Längspolster
wird unter seine Knie gelegt.

Nun wird er informiert, dass bei ihm die Vitalparameter gemessen werden und ich ihm später eine neue Magensonde setzen werde.


HF: 120/ Minute
RR: 125/75 mmHg
Temp: 38,2 Grad C.
Pupillen: isocor
Harn: 1600ml/12 Std.
Ges. Bilanz: + 400 ml

* Jetzt bereite ich alles für das Setzen der neuen Magensonde vor. Es wird auch der zuständi-ge Dienstarzt informiert. Es werden die aktuellen Werte von Alfred durchgegeben. Alfred wird nun im Bett aufgesetzt und es wird ihm die genaue Vorgangsweise erklärt. Danach wird seine linke Nasenöffnung, mit Anästhetikum eingesprüht.

REAKTION:

* Er verzieht sein Gesicht und dreht seinen Kopf auf die rechte Seite. Es kommt zur Anspannung seiner Gesichtsmuskulatur und zur Schutzhaltung der Arme. (In Beugung und zur Brust gezogen)

* Beim Legen der Sonde schluckt Alfred reflektorisch, als die Sonde am Kehldeckel anstößt. Die Sonde wird mit Mefix an der Nase fixiert.

Nach Überprüfung der Lage, (auskultieren) wird mit der Ernährung begonnen.

Über einer Ernährungspumpe werden 500ml Nutrodrip und 200ml Tee verabreicht.
Einstellung: 250ml/Stunde.
Die Medikamente werden mit Tee im Bolus verabreicht.

(Die Sonde wird am Kopfende mit einer Klemme fixiert.)


Reaktion: * Alfred ist nach dem Legen der Sonde unruhig, er beginnt zu transpirieren und auch der Muskeltonus ist in den oberen Ex-tremitäten und im linken Bein erhöht. Seine Arme sind zur Brust gezogen. Die Herzfrequenz ist auf 113/min angestiegen.


Die Atemluft wird mit einer Heizung und einem Inhalationsschlauch über das Stoma befeuch-tet. Seine Atemfrequenz beträgt zur Zeit 24/min.

Alfred bleibt bis zur Dienstübergabe um 6.45 Uhr wach, er bewegt zeitweise seine Arme in Richtung Kopf, auch der Kopf wird immer wieder hin und her gedreht.

Der Inhalationsschlauch wird dabei immer wieder abgestreift. Es hat den Anschein, dass ihm sowohl der Schlauch, als auch seine Kanüle stören würde.

Bei der Dienstübergabe wird in Form einer Pflegevisite ein längerfristiger Pflegeplan erarbeitet, um Alfreds Wahrnehmungsstörung besser fördern zu können!

Wichtige Wahrnehmungsbereiche für Alfred!

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· Dem Team scheinen der ORALE BEREICH und der VESTIBULÄRE BEREICH von großer Wichtigkeit zu sein.

*ORALER BEREICH:


Alfred war Koch von Beruf und hier war der Geschmacksinn von großer Bedeutung. Weiters ist der orale Bereich auch für die Sprache von großer Wichtigkeit.

*VESTIBULÄRER BEREICH:


Da Herr Zancolo wegen der Beckenfraktur und seines Fixateurs externa nur bedingt in Seiten-lage gelagert werden kann, ist es uns sehr wichtig, ihn vestibulär zu fördern.
(Seine Lieblingslage, war die Bauchlage)

*VIBRATORISCHER BEREICH:


Als dritten wichtigen Wahrnehmungsbereich für Alfred, sehen wir den vibratorischen Be-reich.

a) für seine Körpererfahrung (Tiefenerfahrung)
b) Alfred war Motorradfahrer und somit Vibrationen gewöhnt.

* Pflegeplan *

*ORALER BEREICH:

MUNDTHERAPIE: Mittels Druckberührung um den Mund, diesem ihm wieder bewusst machen.

ORALE STIMULATION: mit Nahrungsmittel z.B .Orangen oder Joghurt den Geschmack-sinn zu fördern , den Speichelfluss anzuregen und seinen Schluckakt auszulösen.

*VESTIBULÄRER BEREICH:

LAGERUNGSVERÄNDERUNG: Seitenlage (so gut es geht)

MOBILISIERUNG: Querbett setzen

SCHAUKELN: dass sich die zuständige Pflegeperson zu Alfred ins Bett setzt und seinen Oberkörper hochnimmt und ihn schaukelt.

Wichtig für den NERVUS VESTIBULARIS, der die Lage im Raum angibt. (ob wir sitzen oder stehen oder liegen.)
KOPFDREHEN: wenn Alfred seinen Kopf stark überstreckt wird durch langsames hin und her drehen des Kopfes, der Nervus Vestibularis wieder aktiviert.

KÖRPERBEGRENZUNG: zeigen

SEHPOSITION: einnehmen (Alfred im Bett aufsetzen)

* VIBRATORISCHER BEREICH:


KÖRPERERFAHRUNG:
mit einem elektrieschen Rasierer oder mit einem Vibrator über die langen Röhrenknochen des Skeletsystems.

Nun wird der weitere REMISSIONSVERLAUF
von Alfred beschrieben.

Seine Betreuung wird von dem zuständigen Pflegepersonal nach dem erstellten Pflegeplan durchgeführt um seine Wahrnehmungsbereiche fördern zu können.

Zur Erklärung: Unter Wahrnehmungstraining (WT) verstehen wir, dass dem
Patienten sein Körperschema wieder bewusst gemacht wird.

DURCHFÜHRUNG: Durch verschiedene Berührungen - Streichungen - Bewegungen - und Einreibungen (ASE) wird sein Körperschema über die Haut und Gelenksrezeptoren, (Propriorezeptoren) ihm wieder bewusst gemacht.
Es werden alle Körperteile mit einbezogen. Weiters wird durch eine geführte Bewegung der Hand vom Patienten, auch er aktiv in den Pflegeprozess mit einbezogen. Die Dauer des Wahr-nehmungstrainings soll 20 Minuten nicht überschreiten.

MT: Unter MT wird die ORALE STIMULATION, nach dem Pflegplan beschrieben.

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* 1. NOVEMBER 1995:

Diese Angaben entstammen dem täglichen Pflegebericht!

In der Früh wurde bei Alfred ein WT. (Wahrnehmungstraining) durchgeführt, worauf Herr Zancolo sehr gut reagierte. Er wurde ruhiger und seine Herzfrequenz senkte sich bis auf 80-90/min.
Auch die beruhigende Wäsche spricht sehr gut an. Er lässt dabei ganz locker.


Nach der MT. (Mundtherapie) und der Mundpflege. (Er öffnete dabei den Mund von sich aus), wurde Alfred seitlich gelagert. Nach einer Stunde wird er unruhig und beginnt stark zu schwitzen. Die HF steigt bis auf 120/min.
Alfred entfernt sich die Magensonde und er streift bei seinen Bewegungen auch immer die Kanüle welche sehr weit vorsteht. Es besteht die Gefahr das er sich dekanüliert. Der Wund-rand am Stoma ist gerötet und blutet leicht. Es wurde ein Verbandswechsel durchgeführt.

Am Tag muss zweimal die Magensonde neu gesetzt werden, da er sie, sich entfernt hat. Auch wird er des öfteren gelagert, da er zeitweise sehr unruhig ist. Er benötigte keine Medi-kation zur Beruhigung.


NACHT:
Alfred hat in dieser Nacht nur fünf Stunden geschlafen. (ab Mitternacht)
Es scheint ihm die Befeuchtung sehr zu stören. Er streift sie immer wieder ab. Auch die Ma-gensonde hat er sich einmal entfernt.

2. November:

Auch heute wird wieder MT und WT durchgeführt was er sehr geniest. Er wird sichtlich ruhi-ger und die HF sinkt wieder bis auf 85/min. Am Tag bekommt er wieder eine neue Sonde.

Alfred ist am Tag ruhig, auch der Muskeltonus ist reduziert. Nur beim Anbringen der Be-feuchtung kommt es zu leichter Transpiration. Die Körpertemperatur beträgt um die 38.°C. RR 135/65mmHg.

NACHT: Er entfernt sich auch in dieser Nacht wieder die Magensonde, schläft sehr wenig. Er ist auch sehr unruhig, bewegt die Arme ständig in Richtung Kopf, es besteht die Gefahr, dass er sich die Kanüle entfernt. Worauf er vom Dienstarzt ein Sedadivum erhält. Alfred kann danach einschlafen.


3. NOVEMBER:

Am 3.Nov. ist laut Kollegen Alfred nach dem Wahrnehmungstrainig sehr entspannt und ru-hig. Auch die ORALE STIMULATION mit der Orange nimmt er an. Er braucht nicht so oft gelagert zu werden. Die Ernährung erfolgt über eine Magensonde und der Ernährungspumpe. Es wurden 2500 Kalorien zugeführt.

Zu Mittag kommt seine Pflegemutter zu Besuch. (Sie war auch schon am ersten Tag da) Sie ist überrascht, wie ruhig und entspannt Alfred ist. Er reagiert auf Ansprache mit HF. Anstieg, öffnet seine Augen und sieht zu ihr. Wobei es sich nicht feststellen lässt, ob er sie erkannt hat.
Die Temperatur beträgt trotz Antibiotika 38,2° C.

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NACHT:
Alfred schläft heute besser, brauchte nur dreimal gelagert werden.
(leichte Seitenlage mit zwei Längspolster unterstützt).
Die Temperatur beträgt um die 38° C. Die Herzfrequenz ist auf 115/min.

Um 5.45 Uhr entfernt sich Alfred, bei einer Drehbewegung der rechten Hand seine
Kanüle. Es wird der Dienstarzt verständigt, der nach genauer Untersuchung entscheidet, dass keine neue mehr gesetzt wird.

Das Stoma blutet leicht. Es wird ein Verband angelegt.

Vitalparameter: Es müssen ab jetzt die Vitalparameter laufend überprüft werden.

SaO2: Steigt von 94 auf 96-97 an
HF: 90-110/min
Astrup: PO2 90,2 mmHg
PCO2: 33,4 mmHg
pH: 7.491
BE: 2,9 mmol
BB: 50,9 mmol
HCO: 3 23,8mmol
TCO2: 25,8mm
RR: 130/80 mmHg
Atemfrequenz: um 20/ Minute

4. November:

Am Tag schläft Alfred sehr viel, auch bei der Grundpflege ist er sehr müde. Im Rahmen des Wahrnehmungstrainings, wird eine anregende Wäsche durchgeführt. Er ist auch bei der ora-len Stimulation, nur kurz wach. Die Magensonde wurde neu gesetzt.

Die Körpertemperatur ist um 15 Uhr auf 40.° C angestiegen.
Es mussten fiebersenkende Medikamente verabreicht werden .Um 16.30 Uhr beträgt seine Temperatur 37,8° C
.
NACHT:
Heute in der Nacht schläft Alfred 5-6 Stunden lang. Die Körpertemperatur hat sich zwischen 37,5 und 38 Grad eingebendelt. Die Atmung ist unauffällig, er musste nur einmal abgesaugt werden. SaO2 ist um 92-96 %.
Die Magensonde hat er sich wieder einmal entfernt. Er bekommt eine Neue gesetzt.

5. November:

WT. durchgeführt aber keine orale Stimulation mit der Orange, da Alfred am rechten Mund-winkel eine Herpes Blase hat. Diese wurde mit Zovirax Creme behandelt.

Am Tag wird er dreimal inhaliert, was er gut toleriert, er benötigte auch wieder eine neue Magensonde. Alfred hat jetzt auch am Tag keinen erhöhten Muskeltonus mehr. Sein Ge-sichtsausdruck ist gelöst und er lächelt heute zum Ersten mal..

Die Körpertemperatur ist nicht mehr erhöht und die Sauerstoffsättigung ist um 96-98%.

6. November:

Es wurden sowohl Wahrnehmungstrainig als auch Mundtherapie bei Alfred durchgeführt. Zusätzlich wird heute eine visuelle Stimulation mit Fotos, welche Angehörige mitgebracht haben durchgeführt. Er sieht sie interessiert an, es scheint so als ob er die darauf befindlichen Personen erkennen würde.

Um 9 Uhr kommt Alfred auf die Chirurgie um eine PEG Sonde zu erhalten, da die Magen-sonde für ihn eine große Belastung war. Die Sedierung erfolgt mit 10 mg Gewacalm laut Dienstarzt. Es gibt keine Komplikationen beim Legen der PEG Sonde. Alfred wird über 24 Stunden mit Infusionen ernährt und wird mit Antibiotika abgedeckt. Am Tag schläft er viel

* Auch an den nächsten Tagen wurde Wahrnehmungstraining und Mundtherapie nach dem Pflegeplan durchgeführt.

Der Nahrungsaufbau wird mit verdünntem Nutodrip und Tee gestaltet.

Top...

Am 8.November hat Alfred starken Durchfall, dieser wird mit Medikamente behandelt.

* Ab den nächsten Tagen lächelt Alfred öfter, wenn mit ihm gesprochen wird. Er ist viel ruhi-ger, seit er die PEG Sonde erhalten hat. Er nimmt an dem was um ihn herum geschied ver-mehrt Anteil und sieht bei Pflegearbeiten interessiert zu.

* Seine Vitalfunktionen sind in der Norm. Er hat keine Probleme mit seiner Atmung. Es kommt auch im Rahmen der Mundtherapie, zu sichtbaren Schlucken.
11. November:

Heute sitzt Alfred zum Ersten mal im Rollstuhl. Er wurde von der Therapeutin herausgesetzt. Es geht ihm nicht gut dabei und er beginnt nach kurzer Zeit zu weinen. Nach einer
½ Stunde wird er wieder ins Bett gelegt.

13.November:

* Alfred zeigt gute Reaktionen beim Wahrnehmungstraining und versucht sich Ansatzweise zu waschen und abzutrocknen. Er hat das Erste mal, Blickfixation und er lächelt auf Anspra-che. Seine Gesichtsmimik ist entspannt und locker.

ER GIBT SPONTAN DIE HAND!

NACHT:
In der Nacht schläft er gut . Er zeigt durch motorische Unruhe , wenn er gelagert werden will. (bewegt seine Arme hin und her)

14.November:

* Heute hat Alfred bei der Logopädin das Erste mal ein Joghurt gegessen. Sie sagt, dass unse-re Mundtherapie großen Erfolg zeige und er im Mundbereich sehr locker sei. Auch die Zun-genmotorik ist bei Alfred sehr gut ausgebildet.

Alfred hat beim Schlucken keine Probleme. Seitens der Extremitäten zeigt er keine Streck-spastik mehr.

Heute wird er wieder in den Rollstuhl gesetzt, diesmal schafft er es schon eine Stunde.
Am Nachmittag wird sein Dauerkatheter entfernt, dafür bekommt er ein Uridom angelegt.


NACHT:
In der Nacht schläft er ruhig, er wird alle drei Stunden auf eine andere Seite gelagert. Die Ernährung erhält er über seine PEG Sonde und wird inhaliert.
Seine Vitalfunktionen sind in der Norm, er hat keine erhöhte Körpertemperatur mehr.


15. November

! Heute hat Alfred zum Erstenmal gesprochen !

Bei der täglich durchgeführten Mundtherapie spricht Alfred zum Erstenmal!
Auf die Frage: Was würdest Du gerne trinken, sagte er: "Eine Mischung".
(Wein mit Mineralwasser)

Zu Mittag bekommt er Kartoffelpüree mit Tomatensoße und Fleisch.

Reaktion: Er versucht mit der rechten Hand den Löffel zu ergreifen und selbst ständig zu essen.

Alfred ist noch sehr ungeschickt. Es wird sein Arm von uns gestützt und eine geführte Bewe-gung durchgeführt, worauf es gut funktioniert.

Am nächsten Tag spricht Alfred schon mehr, seine Stimme ist zwar leise, aber verständlich.

Auch die orale Nahrungszufuhr geht heute besser. Er nimmt Breikost, sowie auch Flüssigkeit zu sich. (Orangensaft und Tee)


Das ganze Team ist glücklich, dass es Alfred so gut geht und er so gute Fortschritte gemacht hat. Es zeigt sich, dass der erhöhte Zeitaufwand, der bei der Pflege nach dem Konzept der Basalen Stimulation® in der Pflege
entstanden ist, sich gelohnt hat.

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Therapeutische Angebote:

Am Anfang wurden die Arme in allen Gelenken durch bewegt. Laut Therapeutin besteht eine Ellbogenbeugekontraktur beiderseits und rechts auch eine Einschränkung der Schulterbeweg-lichkeit.

Seine Beine sind in Rückenlage gestreckt, mit einem erhöhten Extensorentonus + Addukti-onsspastizität, sowie einer Spitzfußstellung. Es ist nur auf der linken Seite eine Spontanbewe-gung sichtbar. (Er kann das Bein leicht anheben)

Als die Therapeutin ihn bei der Begrüßung anspricht, ist ein leichtes Lächeln zu erkennen.
Physiotherapie:

Alfred wird von der Physiotherapeutin aufgesetzt (Schaukeln) und dann mit einem Transfer in den Hochlehner (Rollstuhl) gebracht. Der Transfer über die Beine ist alleine möglich, der Fixateur ist dabei kein Hindernis.
Herr Zancolo kann seinen Kopf im sitzen halten, (was bei SHT oft nicht möglich ist) der Rumpf wird mit einem Polster gestützt. Er sitzt bis zu zwei Stunden im Rollstuhl. Seine Füße sind auf den Fußstützen gelagert.


18. November:

Am 18. November wurde der erste Teil des Videos von Alfred gedreht.
Es beinhaltet die Förderungskonzepte der BASALEN STIMULATION.

a) mit einer beruhigenden Wäsche
b) einer oralen Stimulation, mit einer Orange
c) einer atraumatischen Mundpflege
d) einer vestibulären Stimulation

Am 21. November wurde diese Arbeit an Herrn Professor Andreas Fröh-lich und Christel Bienstein zur Kursleiter Abschlussprüfung Basale Stimu-lation in der Pflege, an die Universität Witten Herdecke (Deutschland) ge-sandt.

WEITERER REMISIONSVERLAUF VON
HERRN ZANCOLO!

Da mir persönlich Herr Zancolo sehr am Herzen liegt, wollte ich auch nach meinem Ab-schluss seinen Remisionsverlauf weiter verfolgen.


ANFANG DEZEMBER:

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Essen: Seine orale Nahrungs und Flüssigkeitszufuhr nimmt ständig zu, so konnte Ende De-zember seine PEG Sonde entfernt werden.
Motorik: Bis Anfang Dezember war Alfreds rechter Fuß von der Kniekehle abwärts ge-lähmt. Ab dem 10. Dezember wurden leicht Bewegungen beim Wahrnehmungstraining beo-bachtet. Während des Tages sitzt er schon längere Zeit im Rollstuhl.

Der Beckenfixateur wurde am 18. Dezember entfernt.

Sprache: Alfred gibt auf Fragen richtige Antworten und die Lautstärke ist normal.

Zusätzlich zu den üblichen Förderungsprogrammen, wird nun auch Hirnleistungstraining (HLT) gemacht.

Wir versuchen durch geeignete Spiele, Bücher, Zeitschriften und anderen uns zu Verfügung stehenden Mitteln Alfreds Hirnleistung anzuregen.

VIDEO:

Der zweite Teil des Videos beinhaltet, eine Möglichkeit Hirnleistung zu fördern.

Sinn: Das Kartenspiel erfordert eine große Hirnleistung, weiters werden auch andere Berei-che optimal gefördert.

Z.B.
a) visueller Bereich Farben - Formen - Erinnerung
b) motorischer Bereich die Feinmotorik wird gefördert
c) Sprache es kommt zur Kommunikation
d) Gedächtnis Handlungs - Praxisbezug - Erinnerung an Früher werden wachgerufen.

Wir waren alle positiv Überrascht, mit welcher Leichtigkeit Alfred das Kartenspiel meisterte.

Man sieht auf diesem Video, wie weit Alfreds motorischer Zustand ist.

Alfred ist sehr glücklich, wieder die ersten Schritte gehen zu können.

Ende Dezember:

Ende Dezember wird Alfred von unser Station, auf eine angegliederte Reha verlegt.

Ich besuchte Alfred regelmäßig auf der Rehabilitationsstation, da ich an seinem Remisionsverlauf sehr interessiert war.

· Alfred kann sich seit Anfang Januar mit einer Gehhilfe, (Rollator) fortbewegen.

· Am 20. Januar geht er die ersten Schritte frei.

· Er wird jeden Tag von einer Ergotherapeutin zum Selbsthilfetraining angeleitet.


· Das Hirnleistungstraining wird von einer Psychologin, am Computer weitergeführt.

Anfang Januar:
Ab Anfang Januar darf Alfred über das Wochenende (Samstag bis Sonntag) nach Hause.
Zu Hause hat Alfred keine Probleme, er hilft sogar beim Kochen in seinem Betrieb mit.
Auch bekommt er laufend Besuch von seinen Freunden.

Seit Februar
Alfred geht schon bis zu 10 Meter weit frei und es wird nicht mehr lange dauern, bis er nach Hause entlassen werden kann.

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Am 19.März 1996 wurde das Abschlussvideo von Alfred, auf der Reha - Station gedreht. Herr Zancolo wird voraussichtlich am 22. März 1996 nach
Hause gehen.

Abschließend möchte ich mich bei allen meinen Kollegen recht herzlich bedanken, ohne sie wäre diese Förderung im Rahmen der Basalen Stimulati-on® in der Pflege" nicht möglich gewesen.
Weiteres möchte ich mich bei Alfred Zancolo, für die Zusammenarbeit und die Erlaubnis, diese Arbeit zu veröffentlichen bedanken.


· Johann Rannegger
· Kursleiter

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© 2007 by Johann Rannegger