Basale Stimulation

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Geschrieben von Ursula am 05.02.2017 21:51:55  (176 * gelesen)



Abschiedsrede für Johann
Kolleginnen: Anna Rinnhofer und Julia Steinberger
Basale Stimulation® in der Pflege!

Julia Steinberger:
Sehr geehrter Herr Hochwürden, liebe Familie Rannegger, liebe Trauergemeinde und Freunde.

Wir sind zusammengekommen um Abschied zu nehmen, Abschied von einem „ganz besonderen Menschen“, von Johann Rannegger
“Wir möchten für Dich lieber Johann ein Licht anzünden!
Ein Licht für die „Vergangenheit“
So wie Du in uns das Licht der Basalen Stimulation entfacht hast.





Anna Rinnhofer:
Lieber Johann!
Wir alle haben Dich in unterschiedlichen Situationen kennen lernen dürfen,
als Familienmenschen, als Dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger, als Kollegen, als Freund ,als Kursleiter für „Basale Stimulation in der Pflege“ in der KAGES, in der ganzen Steiermark und weit über ihre Grenzen hinaus. Du hast unser aller Leben auf unterschiedliche Weise begleitet und auch geprägt.

Bevor wir alle, so schwer es auch sein mag in die Gegenwart, zum Alltag und Routine zurückkehren, möchte ich uns noch einmal die gemeinsame Zeit mit Johann in Erinnerung rufen:
•     1996 hörte ich das erste Mal den Begriff – „Basale Stimulation in der Pflege“ und den Namen - Johann Rannegger der unweigerlich mit dem Konzept verbunden ist.
Ich war als relativ junge Krankenschwester auf der Anästhesiologischen Intensivstation im Universitätsklinikum in Graz. Die Kolleginnen kamen von der Intensivsonderausbildung mit ganz neuen, fast absurden Ideen zurück und machten Sachen welche für uns nicht nachvollziehbar waren. Sie setzten sich zu unseren schwerstbeeinträchtigten Intensivpatienten ins Bett. Schmierten den Patienten Schokolade und andere „Geschmacksangebote“ um und in den Mund……… und wenn ich fragte, was sie da machen, sagten sie: „Das ist Basale Stimulation“
Nächste Frage: Warum machst du das?“ Wie wirkt das?..... Die Antworten waren nicht zufriedenstellend. Sie sagten: „Ich weiß es auch nicht so genau! Das ist etwas ganz Neues! Eine super Sache! Der Johann Rannegger hat gesagt…..!“
Das machte mich natürlich sehr neugierig, dass ich mehr über die Basale Stimulation wissen wollte!

•     Eigener Grundkurs 1997 bei Johann:
Ich hatte sehr viele AHA`s……
Meine Kollegen bezeichneten mich gerne als Kuschelschwester, was mich natürlich sehr ärgerte und auch teilweise kränkte.
Es war mir immer klar, dass ich ein breites, fundamentales und auch technisches Fachwissen brauche um in diesem speziellen Bereich zu arbeiten. Jedoch waren mir die Menschen, die Patienten und auch dessen Angehörige, in ihrer Einzigartigkeit, Ganzheitlichkeit, mit ihren Sorgen, Ängsten und ihrer Individualität immer ein Bedürfnis. Und so war es mein Motto: „Begegne und Pflege den Menschen so, wie ich selbst gerne betreut und gepflegt werden möchte bzw. wie man auch meine Angehörigen begleiten soll“.
Im Grundkurs durfte ich die Basale Stimulation erfahren und bekam viele theoretische Grundlagen und Erklärungen für meinen bisherigen sensiblen, intuitiven Zugang vermittelt und wollte noch mehr über die Basale Stimulation wissen….

•     1998: Sonderausbildung zur Praxisbegleiterin für Basale Stimulation in der Pflege an der Pflegeakademie in Wien-Mödling
o     Johann war mein Motivator und Begleiter in der Ausbildung …….
o     Wenn ich Fragen hatte und nicht weiter wusste, kam nicht selten die Antwort: „Das Einzige was du falsch machen kannst ist, wenn du nichts tust“! ........

•     Erster gemeinsamer Kurs
Im LKH Judenburg /Knittelfeld, dieser dauerte 3 Tage und auch Fr. PDL Christine Eibel war dabei.
Das waren sehr intensive Tage und von regen Austausch geprägt. Es wurde damals auch die gemeinsame Idee geboren, dass wir zur Kursabschlussübung das Lied von Wolfgang Ambros: „ A Mensch mecht i bleibn und zu kanna Nummer mecht i werden“ spielen. Dieses Lied war von da an bei Johann immer dabei……..

•     ARbeitsGruppE der Basale Stimulation in der Pflege für die Steiermark Von Johann gegründete ; weitere Kolleginnen und Kollegen sind aus dieser Gruppe in die Weiterbildung der PraxisbegleiterInnen für Basale Stimulation in der Pflege gegangen……

•     Die Basale Stimulation war Johann sehr wichtig und wurde zu einem zentralen Lebensinhalt!
Johann hat sich damit intensiv auseinander gesetzt, wie z.B. mit dem Vestibularsystem ->die KÄF® entwickelt und1999 der ÖKV Preis gewonnen……

•     Kongresse und Symposien ( als Referent oder Teilnehmer)
in DE, CH, in Prag, in ganz Österreich: Wien oder auch in Graz.
Messen und verschiedenen Veranstaltungen……

•     Auch unsere aktuelle Arbeitsgruppe: Regionalgruppe –Österreich-Süd
All diese Begegnungen waren stets von regen Austausch, von harmonischen bis zu heftigen Diskussionen geprägt.

Trotz aller, oft sehr heftigen Diskussionen und manchen Konflikten war Johann bei den Basalen-Treffen immer und voller Überzeugung dabei.

Und ich darf unsere Kollegin Christine Schwarz-Winter aus Salzburg zitieren:
„Der Johann kommt immer wieder, mit einer solchen Freid und strahlt so,
so wia die Augen von an klanan Schneehaserl“


Julia Steinberger:
Wenn auch die Gegenwart von Unverständnis und Trauer geprägt ist, macht dein unerwarteter Tod uns Alle tief betroffen!

„Das Licht soll dir heute einen neuen Weg ausleuchten!“

In der Zukunft werden wir dein Licht und das Feuer der Basalen Stimulation weiter tragen. Und uns daran erinnern mit welchem großen Einsatz und Begeisterung du es uns lieber Johann vorgelebt hast und damit vielen Menschen mit besonderen Bedürfnissen neue Hoffnung gegeben hast.

„Das Licht der Hoffnung möge nie auslöschen!“

Danke Johann für die Gedankenstützen; Begegnungen, dein Wirken und die gemeinsame Zeit!


Anna Rinnhofer:
Lieber Johann!
Danke für deinen unermüdlichen Einsatz für die Basale Stimulation, für die Pflege, die Patienten, für die Menschen mit besonderen Bedürfnissen, für dein Wirken und danke für die gemeinsame Zeit!!!

Gute Reise!
Deine Kollegen und Kolleginnen der Basalen Stimulation in der Pflege!
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