Abstrakt zur Fachtagung in Freising
Geschrieben von Johann am 03.06.2009 18:00:55  (671 * gelesen)
Datum 03.06.2009 18:00:55
Thema

" Freisein, Wollen und Autonomie"
Dr. Celina v. Bezold

Für Fachtagung in Freising, Mai 2009

Die Freiheit ist im Abendland ein facettenreicher und vieldiskutierter Begriff. In nahezu allen Lebenskontexten ist Freiheit für den abendländischen Menschen bedeutungsvoll, besser: verheißungsvoll. Doch um zu einem greifbareren Inhalt von Freisein, Wollen und Autonomie zu gelangen, ist es notwendig, die Grundzüge dieser Begriffe in der Tradition der Geschichte des Abendlandes etwas genauer zu betrachten. Warum ist uns die Freiheit überhaupt so wichtig? Was ist ihr Gegenteil? Warum gibt es Kulturen, wie beispielsweise Asien, wo Freiheit und Wollen keinen vergleichbaren Stellenwert haben wie bei uns? Denn erst mit diesen Betrachtungen und Klärungen kann man zu einem praktischen, zu einem angewandten Begriff von Freiheit und Autonomie vorstoßen: wie können wir angesichts der Wichtigkeit von Unabhängigkeit, Freiheit und Selbstbestimmung mit Situationen zurecht kommen, die uns in unserem freien Selbstverständnis massiv beeinträchtigen und einschränken?
Wichtig wird hierbei sein, die Unterscheidung von Freisein und Wollen genauer in den Blick zu nehmen. Mit dieser jahrtausendelangen Verknüpfung (umso mehr Wollen umso mehr Freiheit), gehen wesentliche Konsequenzen einher, die im gelebten Leben mit Schwierigkeiten auf sich aufmerksam machen und die durch eine philosophische Klärung eine Besserung versprechen.
Wir wollen daher gemeinsam die Frage durchdenken, wie wir mit einem neuen Ansatz im Freiheitsdenken nicht einfach nur immer freier werden, sondern lernen könnten, Unfreiheiten und Abhängigkeiten besser einzuordnen bzw. ihnen gerecht zu werden. Ziel wäre also, mit Hilfe der Philosophie zu verstehen, dass wir uns in unserem Menschsein nicht weniger wert vorkommen müssen, falls Selbstbestimmung verloren geht durch Krankheit, Leid, Schuld oder Tod.
Der Schwerpunkt des Vortrags wird auf den theoretischen Grundzügen zum abendländischen Freiheitsbegriff liegen und sich als eine Hinführung zur praktischen Lebenswelt verstehen.
Die geplanten Workshops greifen den Vortrag nochmals auf und werden für die Teilnehmer Gelegenheit bieten, in praktischen Übungen das Gehörte anzuwenden bzw. die Erfahrung zu machen, dass Freiheit nicht durch einen bestimmten Inhalt definiert ist, sondern durch ein Selbstverständnis bzw. eine Haltung sich selbst und der Welt gegenüber.

Kurze Vita:
Dr. Celina J osephine von Bezold
Studium der Philosophie an der Hochschule für Philosophie S.j., München Promotion zum Thema: "Wollen und Freisein - eine philosophisch-psychologische Verhältnisbestimmung"
Lehrbeauftragte für Philosophie und Psychologie an der Volkshochschule München, u.a. Dozentin für das Studium Generale
Dozentin bei der Hanns-Seidel-Stiftung sowie des Heinrich-Pesch-Hauses, Ludwigshafen Philosophische Beratung für Unternehmen (v.a. Pharmaindustrie)
Freiberufliche Tätigkeiten als Philosophin (Seminare, philosophische Salons, Festreden, Einzelgespräche)
Freie schriftstellerische Tätigkeit Kontakt: 'vww.celinavonbezold.de

Basale Selbstbestimmung -
Nachdenkliches zu unserem Selbstverständnis


Zum Ende der Tagung soll versucht werden, die Frage nach der Autonomie noch einmal ganz "basal" zu stellen. Inwieweit können und wollen Menschen "autonom" sein, inwieweit ist es Wunsch und Wille nach eigenen Regeln und Gesetzen zu leben? Was ist gemeint, wenn von Selbstbestimmung die Rede ist? Was heisst es, dass auch Menschen mit schwerster Behinderung, Menschen in Bewusstlosigkeit, kleine Kinder oder Menschen mit einer schweren Demenz selbstbestimmt leben können sollen?
Im Vortrag wird Selbstbestimmung auf die ursprünglichen Wurzeln bei Kant (ganz basal.)
zurückgeführt, der Gegenpol "Fremdbestimmung" beschrieben und die Alltagstauglichkeit der Ideen thematisiert.
Der Respekt vor dem Menschen in Grenzsituationen bestimmt basale Pflege und Pädagogik und fordert eine Rücknahme der Fremdbestimmung, soweit nur irgendwie denkbar.
Die Bestimmung des Menschen erweist sich als Resultat eines lebenslangen Austauschprozesses zwischen dem Individuum und seiner sozialen Umwelt, sie kann selbst über den Tod hinaus noch wirken und ihrerseits wieder auf andere Menschen bestimmend einwirken.
Menschen, die nach dem Konzept Basale Stimulation arbeiten möchten, werden sich auf den Ebenen der Haltung, der Kompetenzen und der Techniken im Spannungsfeld von Selbstbestimmung und Fremdbestimmung immer wieder neu orientieren
müssen. Ein paar
Orientierungshinweise sollen gegeben werden.
Andreas Fröhlich

Internationale Fachtagung Basale Stimulation am 16./17. 05. 09
Autonomie und Verantwortung leben
Abstrakt zum Vortrag: Visuell kognitive Einschränkungen bei neurologischer Störung
17. Mai 2009, 10.20Uhr -11.0SUhr

Referentin: Dipl.-Psych. Daniela Glocker, Klinikum Ingolstadt GmbH
Das Sehen ist für die meisten Menschen die dominate Sinnesdomäne. WAS wir sehen, IST für uns Realität: "As we look at the world, we naturally assume that what we see is what is really "out there." But [ ... ] What we see is not a faithful reproduction of what is "out there" but rather a construction of reality that the brain manufactures." (aus Kolb & Wishaw: An Introduction of brain an behavior, Kapitel 8, Seite 278). Wir sehen somit das, was unser Gehirn reproduzieren kann. Bereits Föten im Mutterleib reagieren früh auf Lichtreize. Die Strukturen des visuellen Kortex werden bereits ab der 10. Schwangerschaftswoche angelegt. Neugeborene reagieren auf Farbe, Form und Bewegung. Sie erkennen ein Gesicht als solches und bevorzugen lachende Gesichter.
Störungen in der kognitiven Verarbeitung visueller Reize stellen sowohl für Menschen mit angeborenen Schädigungen als auch für Personen mit früh im Kindensalter erworbenen Läsionen sowie für Menschen mit später erworbenen Hirnschädigungen ein bedeutsames Handicap dar. Diese Beeinträchtigungen können sich von Störungen der visuellen Basisleistungen, wie beispielsweise dem zerebralen Verschwommensehen, über Gesichtsfeldausfälle bis hin zu Defiziten in komplexen visuellen Wahrnehmungsleistungen, wie beispielsweise der Gesichtererkennung, erstrecken.
Der Vortrag wird nach einer Einführung in die Grundlagen der visuellen Verarbeitung einen Überblick über bekannte und weniger populäre Störungsbilder geben. Neben der Darstellung der Phänomenologie dieser Störungen werden Ansätze zum therapeutischen Vorgehen dargestellt. Ziel des Vortrages ist die Vermittlung eines grundlegenden Verständnisses für Störungen in der visuellen kognitiven Verarbeitung, um sowohl die Pflege als auch die Behandlung von Menschen mit angeborenen oder erworbenen Hirnschädigungen ganzheitlicher gestalten zu können.

•     
Abstract.
Verantwortung gilt als allgemein akzeptierter ethischer Begriff. Das Übernehmen von Verantwortung gilt als ein freier Akt einer Person und entspricht ihrem Anspruch auf Autonomie. Dieses Verständnis, das auch das persönliche Schuldig-werden-können einschließt, wird gegenwärtig durch neurobiologische Befunde in Frage gestellt. Das Prinzip der durch eine freie Willensentscheidung übernommenen persönlichen Verantwortung und möglichen Schuld wird als wissenschaftlich nicht gerechtfertigt abgelehnt. Willensfreiheit sei eine "Illusion". Es sei das Gehirn, das unser Verhalten steuere, nicht ein aus sich selber wirksames Ich oder Selbst. Mit einer derartigen These werden die ethischen Grundlagen unseres Menschenbildes und damit unseres Verständnisses von Verantwortung in Frage gestellt. Ist das Selbst, das autonom handelnde Subjekt, wirklich nur ein Phantom oder könnte hier ein Missverständnis vorliegen?

Vita:
Prof. Dr. phil. Otto Speck. Emeritierter Ordinarius für Sonderpädagogik an der Ludwig¬Maximilians-Universität München.
17 Jahre praktische Tätigkeit in Heimen und Heimschulen für erziehungsschwierige Kinder und in Schulen für Lernbehinderte und für Geistigbehinderte.
1964 - 1971 Leitung der Ausbildung der Sonderschullehrer am Staatsinstitut.
Wissenschaftliche Forschungsschwerpunkte im Bereich der Allgemeinen Heilpädagogik, der Geistigbehinderten- und der Verhaltensgestörtenpädagogik, der schulischen Integration und der Frühförderung behinderter Kinder, sowie in den Bereichen der ambulanten Helferdienste, der Elternarbeit und der Qualitätsentwicklung. Buchpublikationen: "Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Erziehung", .Verhaltens Störungen, Psychopathologie und Erziehung", "System Heilpädagogik", "Chaos und Autonomie in der Erziehung", "Erziehung und Achtung vor dem Anderen", "Die Ökonomisierung sozialer Qualität", "Soll der Mensch biotechnisch machbar werden?", "Hirnforschung und Erziehung".

Das Spiegelneuronensystem und die zwischenmenschliche Interaktion
Ferdinand Binkofski, Universität zu Lübeck

Als menschliche Wesen leben wir eingebunden in ein Geflecht von sozialen Beziehungen. Das Verstehen der Handlungen von anderen Menschen und deren Intentionen bildet die Grundlage unserer sozialen Interaktion. Die Fähigkeit zur subtilen Wahrnehmung des Innenlebens unserer Mitmenschen scheint unserer Spezies eigen zu sein. Diese Wahrnehmung beschränkt sich nicht nur auf das Verstehen von Handlungen Anderer, wir sind auch in der Lage, deren Beweggründe bzw. deren Gefühle nachzuempfinden. Wir nehmen wahr, dass sich in unserer sozialen Umgebung Individuen befinden, die -wie wir- Schmerz und Freude empfinden, glücklich oder traurig sind. Jeder von uns bildet im Laufe seines Lebens eine Expertise darin aus, Handlungen, Emotionen oder Gefühle von anderen Personen einzuschätzen. Mit der Entdeckung einer neuen speziellen Art von Neuronen beim Affen, den Spiegelneuronen, und der Demonstration der Existenz von ähnlichen Nervenzellen im menschlichen Gehirn, hat man zum ersten Mal einen viel versprechenden neurophysiologischen Mechanismus gefunden, mit dem viele Aspekte unserer Fähigkeiten zu der Interaktion mit unseren Mitmenschen erklärt werden können.
Diese Spiegelneurone werden überwiegend durch die Beobachtung von Handlungen aktiviert, in denen es zu einer Interaktion zwischen der Hand eines Agierenden und einem Objekt kommt. Die Beobachtung von Handlungen aktiviert
denselben Neuronenverbund, der die Ausführung von Handlungen kontrolliert.
Gleichzeitig nimmt man an, dass die Beobachtung von Handlungen in dem jeweiligen Beobachter eine automatische Simulation, also eine implizite modellhafte Nachbildung der beobachteten Handlung in dem Nervensystem hervorruft. Dieser Simulationsmechanismus könnte einer impliziten Form des Verstehens der Handlungen von Anderen zugrunde liegen. Gemäß der Simulationstheorie benutzt eine Person die eigenen mentalen Mechanismen für die Kalkulation und Voraussage der mentalen Prozesse von anderen Personen. Die Aktivierung des Spiegelneuronensystems durch die Bewegungsbeobachtung könnte einen direkten praktischen Nutzen für die Rehabilitation von motorischen Störungen nach Hirnverletzungen (z.B. Schlaganfall) haben. So konnte in einer aktuellen Studie ein positiver Effekt, insbesondere der Kombination zwischen der Bewegungsbeobachtung und Bewegungsausführung, für die Therapie von motorischen Defiziten nach Schlaganfall gezeigt werden.

Peter Nydahl
Videoanalyse
Die Fähigkeit zur Reflexion gehört zu den Kernkompetenzen pflegerischen Handelns und ermöglicht eine ständige Weiterentwicklung der beruflichen Qualität. Diese Kompetenz kann durch das pädagogisch sehr wirksame Mittel der Videoreflexion unterstützt werden.
Gerade in Praxis Begleitungen innerhalb der Basalen Stimulation hat sie sich sehr bewährt, um auch Details der Interaktion aufmerksam wahrnehmen zu können.
Verschiedene Reflexionsmodelle ( u. a. die basalen Reflexionskriterien), pädagogische Vorgehensweisen sowie rechtliche Aspekte werden vorgestellt und "geworkshopped".
Vita:
Peter Nydahl
1990 Krankenpfleger
1994 Kursleiter für Basale Stimulation in der Pflege
1996 Weiterbildungsleiter für Basale Stimulation in der Pflege 2006 Pflegeexperte für Menschen im Wachkoma
2006 Freiwillig registrierter Krankenpfleger
2007 Praxisanleiter
www.nydahl.de

Die Beziehung als Grundlage auf dem Weg zur Autonomie
Fachtagung Basale Stimulation" 2009 Miriam Weisz

Das Kind als Akteur seiner Entwicklung - dieser Auffassung ist man sich einig. Doch welche Bedingungen sind notwendig, um das Kind mit schwerer Behinderung darin zu unterstützen? Wie kann die Eigenaktivität des Kindes erkannt, genutzt und eventuell umgeleitet werden, damit daraus ein Weg der aktiven Mitgestaltung wird?
Kinder mit schweren Behinderungen zeigen oft wenig Motivation, sich mit sich selbst und der Umwelt auseinanderzusetzen. Oft sind starke Verunsicherungen ausschlaggebend für einen Rückzug aus unbekannten Situationen.
Ist die elementare Beziehung (Fornefeld 2001), die Sicherheit vermittelt, als Grundlage gegeben, kann sich das Kind aus dieser Situation heraus auf neue Erfahrungen einlassen, sich darin bewegen, daraus lernen und sich weiterentwickeln.
Anhand von praktischen Beispielen soll gemeinsam reflektiert, ausgetauscht und diskutiert werden.
Miriam Weisz Dipl. Pädagogin


Angehörige als Konfliktpotential
Einleitung
Das System ist behindert in der Selbststeuerung
Aus systemischer Sichtweise betrachtet ist nicht die Behinderung an den Einzelnen gebunden, vielmehr wird sie sichtbar durch die Auswirkungen im jeweiligen Familien¬System.
Dadurch können viele für die jeweilige Familie bzw. Beziehung selbstverständliche Verhaltensweisen, Wünsche, Bedürfnisse nicht (mehr) gelebt werden. Oft stecken aber auch in familiären Vor Erfahrungen Ressourcen über den Umgang mit krassen Veränderungen, Krisen, Hoffnungslosigkeit
Was ist ein Auftrag? Ein zeitlich, ethisch und fachlich erfüllbares Ziel.
Was ist der Auftrag? Im Zusammenspiel zwischen Patienten, Familie und Pflege gibt es viele Interessen und Aufträge die zum Teil identisch sind, sich aber in der Umsetzungsstrategie widersprechen können.
Der Auftrag der Patienten kann sein: Kommunikation, Versorgung, Berührung, Entwicklung ... auch wenn dieser indirekt gegeben wird, durch Forschung, Erfahrung und Wissen aus der Lebensgeschichte des Patienten
Der Auftrag der Familie kann sein: Versorgung, Entwicklung, Unterstützung
Der Auftrag der Pflege kann sein: Versorgung, Unterstützung, Einhaltung der Budgets, Hieraus wird deutlich, dass es zu Konflikten kommen muss. Nicht nur Interessen widersprechen sich zum Teil, z. B. Entwicklungsangebot vs. Einhaltung der Budgets bzw. zeitlichen Ressourcen, sondern auch die jeweiligen Strategien für die gleichen Aufträge / Interessen.
Konflikte sind also systembedingt und nicht auf Grund von Fehlern und "schlechten" Absichten. Wenn man davon ausgeht, das alle Beteiligten mit Ihren Strategien helfen wollen, das es dem Patienten besser geht, ist es möglich über die Art und Weise des Zusammenspiels zu sprechen, ohne mich abgewertet zu fühlen oder andere abzuwerten.
Wandel im Selbstverständnis
Hinzu kommt auch noch der Wandel im Selbstverständnis der Pflege vom "Dienstmädchen" zu gut ausgebildeten Fachkraft mit umfassendem Wissen und dem Anspruch auch fachlich agieren zu können.
Auf der Seite des Patienten kommt es zum im Selbstverständnis der Angehörigen vom sich selbst steuernden zu einem abhängigen System.
Ehre versus Machtlosigkeit
Angehörigen brauchen Ehrung
Die Angehörigen eines Patienten haben wohl den schwersten Part mit der Machtlosigkeit bezogen auf die Krankheit umzugehen. Durch Liebe, soziale Verantwortung, Verwandtschaft sind sie verstrickt mit der Erkrankung des Patienten.
© Ingo Wölfl

Sämtliche "normalen" Bilder über Elternschaft und Paarbeziehung greifen nicht (mehr). Die Behinderung des Patienten wird zu Behinderung der Angehörigen in der Beziehungsgestaltung und in der eigenen Lebensgestaltung.
Haltung der Pflegekräfte I Therapeuten
Die Pflegekräfte / Therapeuten haben durch Ihre Ausbildung, Erfahrung und der Möglichkeit sich emotional zu distanzieren, klare Vorstellungen wie sie den Patienten unterstützen können. "Lassen Sie uns doch einfach mal machen!" Dieser nachvollziehbare Wunsch erhöht aber auf der Angehörigenseite die Machtlosigkeit. Gedanken bzw. Interpretationen wie: "Ich mache es nicht richtig, ich mache nicht genug ... " können zu einer Abwehrhaltung führen, die das Miteinander schwierig machen, obwohl gleiche Ziele vorhanden sind. Hier besteht die Gefahr, dass es zu einem Machtkampf kommt, in dem beide das beste Wollen, der aber in der Wirkung dem Patienten schadet.

Angehörige
o
Patient
o
Pflege / Therapie


Pflegekräfte I Therapeuten sind immer Zweite.

In der professionellen Haltung zum Patienten und deren Angehörigen gilt es den Familien soviel Selbststeuerung wie möglich zu lassen. D.h. die Ehrung der Angehörung geschieht durch:
•     Anerkennung der Leistung die sie für den Patienten erbringen
•     Mitgefühl bei Trauer und Ausweglosigkeit
•     Respekt vor den innerfamiliären Kommunikationsformen
•     Information über das eigene Handel am Patienten
•     Austausch über Familiäre Rituale
Gerade das Nachfragen und das Wissen um die jeweilige Lebens- und Lerngeschichte des Patienten schafft Vertrauen und gibt viele notwendige Information. Meist gibt es auch Geschichten über den Patienten die einen tieferen Zugang zum Patienten ermöglichen. Gleichzeit enthalten diese Geschichten auch Informationen über verborgen Ressourcen für die Pflege / Therapie des Patienten.
     Angehörige      Patient

Pflege / Therapie
© Ingo Wölfl



Professionelle Pflege und Therapie braucht Ehrung Anerkennung

In einer Gesellschaft die auf Fortschritt und Entwicklung ausgelegt ist, sind chronisch Kranke eine Erinnerung an Grenzen bzw. die Endlichkeit jeden Fortschritts bis hin zum Tod. Das die Pflege schwerstkranker Menschen professionalisiert wurde und wird hat zwei Seiten. Die Pflege und Therapiemöglichkeiten werden zunehmend besser, effizienter und erfolgreicher, wenn auch finanzielle Kürzungen diesen Prozess gerade in der Pflege bremsen. Die andere Seite ist, das wir kaum noch konfrontiert sind mit chronisch Kranken, Pflegebedürftigen. Sie sind "versorgt".
Doch wer macht diese professionelle Versorgung? Wer ist so "wahnsinnig" und nimmt sich Menschen an, die wenige Chancen auf ein "normales" Leben haben.
Es gibt wenig Anerkennung für diese komplexe, menschlich herausfordernde und fachlich defizile Aufgabe. Doch woher soll sie kommen?
Selten gibt es im Umfeld eine Kultur der gegenseitigen Bestärkung und Anerkennung. Aufträge von Seiten der Ärzte: .Jetzt guck mal was man da noch machen kann", geben wenig Anerkennung, denn gerade die Basale Stimulation braucht in der Bewertung Zeit und einen qualitativen Blick auf die Interaktion zwischen Patient und Pflege / Therapie. Dieser Blick in meist nicht die Kultur eines Krankenhauses.

Möglich um Anerkennung zu bekommen ist zu informieren:

die Angehörigen in die professionelle Arbeit mit einzubeziehen
die Kollegen, Ärzte über die Möglichkeiten der Basalen Stimulation informieren

Wichtig ist auch, sich mit dem was die Arbeit mit mir macht auseinanderzusetzen. Durch Gespräche mit Kollegen und mit den Familien. Dadurch entsteht gegenseitig ein tieferes Verständnis, welches trägt in einem Arbeitsfeld, wo Grenzen und Machtlosigkeit Teil des Arbeitsprozesses sind.
Professionelle Möglichkeiten sind:
Intervision, d.h. ich Bespreche mit Kollegen meine Patienten und meine Gefühle, Ideen, Nöte
Supervision. d.h. ich lasse mich und meine Arbeit durch eine außen stehende Person unterstützen

An dieser Stelle ist die Pflege / Therapie selbst gefordert sich zu ehren. D.h. eindringlich dafür zu sorgen, das es Orte des Austausches gibt. Denn auch die Pflege / Therapie braucht Pflege / Therapie
© Ingo Wölfl



Kommentare? Druckbare Version Druckbare Version mit Kommentaren Ausgabe im PDF Format    


Dieser Artikel stammt von der Webseite Basale Stimulation in der Pflege
http://www.basale.at

Die URL für diesen Artikel lautet
http://www.basale.at/system/article/index.php?opnparams=UXNQbVJqVjhVYQFj